Stand: 22.07.2015 10:50 Uhr

Staatsanwaltschaft akzeptiert Gröning-Urteil

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Gegen das Haft-Urteil gegen den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning will die Staatsanwaltschaft keine Revision einlegen. (Archiv)

Nach dem Urteil des Landgerichts Lüneburg im sogenannten Auschwitz-Prozess hat die Anklagebehörde entschieden, keine Revision einzulegen. Die Staatsanwaltschaft Hannover halte das Urteil für vertretbar, sagte Sprecherin Kathrin Söfker am Mittwoch. Das Gericht hatte den 94-jährigen Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Verteidiger Grönings hatten bereits Revision eingelegt. Nach Auffassung der Verteidigung könnte ihr 94-jähriger Mandant doch noch davon profitieren, dass er in früheren Verfahren gegen andere SS-Leute als Zeuge ausgesagt hat, sagte Rechtsanwalt Hans Holtermann am Montag. Strafmildernd könnte nach Ansicht der Anwälte auch die Verfahrensverzögerung von über 30 Jahren sein.

Auch Revision von Nebenkläger-Anwalt

Auch ein Nebenkläger-Anwalt hatte das Urteil angefochten. Der Anwalt begründete den Antrag damit, dass Gröning nicht wegen Beihilfe, sondern wegen Mittäterschaft am Massenmord angeklagt werden sollte. Verurteilt wurde Gröning, weil er mit seiner Tätigkeit in der Devisenverwaltung des Konzentrationslagers und an der Rampe zum Funktionieren der Tötungsmaschinerie beigetragen habe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.07.2015 | 11:00 Uhr