Stand: 13.02.2016 19:50 Uhr

So werden aus Hunden echte Schnüffler

von Vanessa Kossen

Seit 1958 werden in der Zollhundeschule in Bleckede (Landkreis Lüneburg) Spürhunde und Schutzhunde ausgebildet. Je nach Ausbildung sind die Vierbeiner in der Lage Drogen, Bargeld, Grundstoffe für Dopingmittel oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten, die dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterliegen, aufzuspüren.

Ein Spürhund zeigt einen Fund an.

Spürhunde: Feine Nasen in der Ausbildung

Hallo Niedersachsen -

200 Millionen Riechzellen - kein Sensor der Welt kann das, was Hunde können. Knapp ein Jahr dauert es, bis Spürhunde ausgebildet sind. Doch auch danach muss weiter trainiert werden.

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Auf dem Trainingsplan: die rote Koralle

Parson Jack Russel "Matz" ist ein kleiner Exot unter den Spürhunden. Seine etwas größeren Kollegen sind meist Schäferhunde. "Matz" steht noch am Anfang seiner Ausbildung und lernt in Bleckede Schritt für Schritt, den Geruch von besonders bedrohten Arten zu unterscheiden. Gerade auf dem Trainingsplan: die rote Koralle. Sie wird oft illegal als Schmuck eingeführt.

Zu Belohnung gibt's den Jackpot

Videos
03:07 min

Verhaltenstraining für Zollfahnder - mit Hund

19.02.2016 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

An der Zollhundeschule in Bleckede lernen Zollfahnder, wie sie reagieren müssen, wenn sie am Einsatzort auf Hunde und ihre möglicherweise unkooperativen Halter treffen. Video (03:07 min)

Ausbilder Stephan Lawrenz hat kleine Stücke der Koralle in ein mit Löchern versehenes Schraubglas gefüllt. Hundeführerin Sina Tillschneider lässt "Matz" einige Sekunden daran schnuppern. Sobald Lawrenz den sogenannten Clicker ertönen lässt, löst "Matz" seine Schnauze vom Schraubglas. Der Clicker ist ein akustisches Signal, ein blechernes Klickgeräusch, das dem zweijährigen Rüden sagt: "Alles richtig gemacht!". Jedes Mal, wenn "Matz" das Schraubglas mit der Koralle von anderen unterscheiden kann, signalisiert ihm der Ausbilder mit dem Clicker, dass er richtig lag. Zwischendurch gibt es eine Sonderbelohnung, den sogenannten Jackpot: "Matz" darf dann ausgelassen mit seiner Hundeführerin spielen.

Ziel: ein Job am Flughafen

"Wichtig beim Training ist es, dass der Hund Spaß an seiner Arbeit hat", betont Hundeführerin Tillschneider. "'Matz' ist ein sehr agiler, wachsamer und intelligenter Hund - ein typischer Parson Jack Russel, immer fordernd und sehr gelehrig." Nach seiner Ausbildung, die gut ein Jahr dauert, wird "Matz" seine Fähigkeiten vor allem auf internationalen Flughäfen unter Beweis stellen. Dort treffen geschmuggelte Tier- und Pflanzenarten aus aller Welt ein.

Ein Team, ein Hundeleben lang

Nach getaner Nasenarbeit hat auch "Matz" Dienstschluss. Während der mehrwöchigen Lehrgänge in Bleckede wohnen "Matz" und Kollegen auf dem Gelände der Zollhundeschule. Ansonsten lebt der Rüde bei Tillschneider, denn Zollhund und Hundeführer bleiben ein Hundeleben lang ein Team.

Tierische Schnüffler drücken die Schulbank