Stand: 20.01.2016 08:16 Uhr

Seltenes Gespann: Schlittenhunde im Wendland

von Lars Gröning

Endlich Winter in Niedersachsen! Viele haben lange darauf gewartet. Auch "Nashoba", "Onatah" und "Mira" aus Gorleben. Denn die drei betreiben eine besondere Art von Wintersport. Sie sind Schlittenhunde und: Sie lieben den Frost. Zeigt das Thermometer unter Null, kommen sie erst richtig in Fahrt. "Am besten minus zehn Grad und noch kälter, dann machen die richtig Tempo", sagt Viktoria Ulbrich. Der 23-Jährigen gehören die zwei sibirischen Huskys und der Border Collie. Seit fast sechs Jahren fährt sie mit ihren Hunden Schlitten. Bei wenig Schnee ist der Trainingswagen dran. Denn der läuft auf Rädern anstatt auf Kufen.

Eine Frau steht auf einem Hundeschlitten.

Immer mit der Leithündin in Verbindung

Viktoria Ulbrich aus Gorleben hat ein kleines Schlittenhundeteam. Gemeinsam fahren sie Strecken von bis zu 50 Kilometern. Wichtigster Partner ist Leithündin "Onatah".

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Hochkonzentriert bei der Arbeit

Die Hunde können es kaum erwarten, mit Viktoria Ulbrich in die sanft verschneiten Wälder um Gorleben aufzubrechen. Sie jaulen und bellen vor Aufregung, bis sie in Startposition sind. Dann kehrt Ruhe ein, denn Viktoria Ulbrich steigt auf den Trainingswagen. Dort wird sie zum Musher, so heißt ein Schlittenführer in der Fachsprache. Nur mit Worten steuert die Hundebesitzerin nun ihre Zughunde. "Ich muss klare Kommandos geben, damit die Hunde wissen, wohin es geht." Von Hunden und Musher fordert es viel Konzentration, damit es auf den holperigen Waldwegen nicht zu Unfällen kommt. Die könnten schmerzhaft sein, denn das Tempo, das die Tiere vorlegen, ist beachtlich. "Zum Laufen getrieben werden die Hunde aber nicht", sagt Viktoria Ulbrich. Wenn die Tiere keine Lust hätten, gäbe es auch kein Training. Und das beginne auch erst bei Temperaturen unter zwölf Grad. Im Sommer hätten die Hunde deshalb frei.

Schlittenhundesport - selten in Nordostniedersachsen

"Im Wendland und in den angrenzenden Landkreisen kenne ich so gut wie keinen, der den Sport betreibt", sagt Viktoria Ulbrich. "In unserer Region bin die einzige." Denn der Sport sei teuer. Die Verpflegung der Tiere, genauso wie Schlitten oder Trainingswagen. Ebenso die Reise zu den Wettkämpfen. Daran nimmt die Gorlebenerin noch nicht teil. Für sie zählt das Training mit den Hunden. Am liebsten jeden Tag, doch das lässt ihr Beruf als Verkäuferin nicht zu. Dennoch wünscht sie sich noch mehr Hunde bei sich zu Hause. "Sechs aktive Tiere wären toll." Und vielleicht werden es ja sogar noch mehr. Denn Viktoria Ulbrich reizt der Gedanke, einmal am "Finnmarksløpet" teilzunehmen. Bei dem norwegischen Schlittenhunderennen werden 1.000 Kilometer zurückgelegt. Die Schlitten in dieser Disziplin werden von 14 Hunden gezogen.

Auf zwölf Pfoten und vier Rädern durch den Wald