Stand: 18.05.2017 19:39 Uhr

Wölfe fressen Lämmer, keine Zäune

Der Beweis ist erbracht: Es war kein Wolf, der Mitte März in Ellerndorf (Landkreis Uelzen) den Elektro-Zaun des Schäfers Gerd Jahnke zerbissen hat. Laut einem Sprecher des niedersächsischen Wolfsbüros konnte die DNA-Analyse keine Spuren vom Wolf nachweisen. Dies sei das Untersuchungsergebnis des Senckenberg-Instituts, das für Gen-Analysen nach Wolfsrissen zuständig ist. Allerdings konnte mittlerweile nachgewiesen werden, dass die sechs Heidschnucken- und Ziegenlämmer von einem Wolf gerissen wurden. Wie das rund vierzig Zentimeter große Loch in den Herdenschutzzaun gekommen ist, bleibt weiterhin unklar. Die Art wie der Zaun beschädigt wurde, deute daraufhin, dass ein Tier das Netzgeflecht zerrissen haben könnte, so Wolfsberater Theo Grüntjens.

Wolfstypische Attacke, aber kein Fell am Zaun

Schon im März hatte es Zweifel gegeben, ob der Zaun von einem Wolf zerbissen worden war. Laut einem Sprecher des Wolfsbüros ist bisher noch kein Fall bekannt, in dem Wölfe einen unter Strom stehenden Zaun zerbissen haben. Wolfsexpertin Gesa Kluth vom LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland hielt es für sehr unwahrscheinlich, dass ein Wolf einen Zaun zernagt, der unter Strom steht. Und Wolfsberater Theo Grüntjens hatte weder Fellreste noch andere eindeutige Wolfsspuren am Zaun gefunden. Bei den gerissenen und verletzten Tieren hatte Grüntjens aber schon damals sogenannte Kehlbisse festgestellt, die wolfstypisch sind. Hunde würden allerdings ähnlich zubeißen, so der Wolfsberater.

Höhere Zahlungen für Betriebe möglich

Währenddessen hat am Donnerstag das Niedersächsische Umweltministerium mitgeteilt, dass die EU höheren Ausgleichszahlungen beim Wolfsmanagement zugestimmt hat. Dadurch können nun Zahlungen bis maximal 30.000 Euro jährlich pro Betrieb gewährt werden, bisher waren es maximal 15.000 Euro. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) begrüßte die Entscheidung als "weiteren konstruktiven Beitrag zur Unterstützung der Nutztierhalter." Die Richtlinie Wolf regelt laut Umweltministerium seit Ende 2014 die "Gewährung von Zahlungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen in Niedersachsen". Das Land gewährt betroffenen Tierhaltern Ausgleichszahlungen für Tierverluste sowie Zuwendungen für Investitionen zum Herdenschutz in Form von Zäunen und Herdenschutzhunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 18.05.2017 | 14:30 Uhr

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