Stand: 23.11.2016 20:50 Uhr

Rost-Fässer in Gorleben: BI schlägt Alarm

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Nach dem Fund von angerosteten Fässern im Atommüll-Zwischenlager fordert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg Konsequenzen. (Themenbild)

Nach dem Fund mehrerer angerosteter Fässer im Atommüll-Zwischenlager Gorleben wächst im Wendland die Sorge, dass das Lager langfristig zur Gefahr für die Umwelt werden könnte. Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg fordert vom Umweltministerium, einen Einlagerungsstopp anzuordnen. Außerdem solle das Ministerium gegenüber dem Betreiber härtere Töne anschlagen, sagte der Sprecher der BI, Wolfgang Ehmke, am Mittwoch. Seiner Ansicht nach entspricht das Lager in Gorleben nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik.

Wenzel: "Jedes Fass wird angeguckt"

Laut Umweltministerium in Hannover ist aus den Fässern bisher keine Radioaktivität ausgetreten. Es sei ein wichtiger Schritt gewesen, das gesamte Kontrollsystem umzustellen, so Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Dass bislang nur Referenzfässer Auskunft über den Zustand der restlichen Fässer geben sollten, war nicht ausreichend, so Wenzel. "Jetzt wird sukzessive jedes Fass angeguckt. Das halten wir auch für notwendig. Gleichzeitig haben wir dem Betreiber gesagt, dass wir für die Zukunft bessere Sicherheitsanforderungen gewährleistet sehen wollen. Was die optische Kontrolle angeht, und auch was das Klima im Lager angeht", machte der Grünen-Politiker deutlich.

Luftfeuchtigkeit bereitet Probleme

Als Hauptproblem ist inzwischen die zu hohe Luftfeuchtigkeit im Zwischenlager ausgemacht worden. Das solle der Betreiber ändern, so Wenzel. Außerdem sollten die optischen Kontrollen unter anderem durch Überwachungskameras verbessert werden. Gegen diese Maßnahmen, die das Ministerium bereits im Sommer angeordnet hatte, hat der Betreiber jedoch Klage eingereicht.

Großflächige Korrosionsstellen

Am Dienstag war bekannt geworden, dass im Atommüll-Zwischenlager erneut angerostete Fässer gefunden worden sind. Zwei Behälter wiesen "im Mantelbereich großflächige Korrosionsstellen auf", hatte das Umweltministerium mitgeteilt. An zwei weiteren Fässern hätten sich Farbschichten abgelöst. In den 400-Liter-Behältern wird schwach radioaktiver Atommüll gelagert.

Fässer sollen weiter untersucht werden

Wie es zu den Schäden an den Fässern kommen konnte, ist noch unklar. "Die hohe Luftfeuchtigkeit im Lager ist allerdings ein deutliches Indiz für das Fortschreiten einer Korrosion", so Rudi Zimmeck, Sprecher des niedersächsischen Umweltministeriums, am Dienstag. Die Behörde hat angeordnet, dass die Fässer zu weiteren Untersuchungen bereitgehalten werden müssen.

Behälter nicht durchgerostet

Die Fässer seien nicht durchgerostet, betonte Burghard Rosen, Sprecher der Betreibergesellschaft GNS. Eine Gefahr habe zu keiner Zeit bestanden. In den 400-Liter-Fässen befänden sich 200-Liter-Gefäße. Der Zwischenraum sei mit Beton gefüllt. So sei der sichere Einschluss gewährleistet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 23.11.2016 | 17:00 Uhr

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