Stand: 07.01.2016 10:24 Uhr

Rettungshelfer gesteht Brandserie vor Gericht

Ein 24-jähriger Rettungshelfer hat am Mittwoch im Prozess vor dem Landgericht Lüneburg gestanden, im vergangenen Sommer sechs Brände im Wendland gelegt zu haben. Er habe aus beruflicher Frustration gehandelt, so der Angeklagte. Als freiwilliger Rettungshelfer habe er bei Einsätzen nach den Bränden die Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen, die ihm in seinem Beruf als Altenpfleger versagt geblieben seien, sagte er am ersten Prozesstag. Die Anklage wirft ihm vor, ein altes Hotel in Göhrde, drei weitere unbewohnte Häuser rund um Dannenberg und zwei Scheunen angezündet zu haben. Menschen wurden bei den Bränden nicht verletzt. Es entstand ein Schaden von rund einer Million Euro.

Vorstrafe wegen früherer Branddelikte

Der Rettungshelfer aus Dömitz (Mecklenburg-Vorpommern) war in den Fokus der Ermittler geraten, weil er sich an verschiedenen Brandorten auffällig benommen hatte. In fünf Fällen war der Angeklagte nach der Brandstiftung selbst als Retter vor Ort. Außerdem glichen sich den Beamten zufolge die Szenerien und der Brandablauf an den Tatorten. Nach Hinweisen durchsuchte die Polizei die Wohnung des 24-Jährigen, der bereits wegen mehrerer Branddelikte vorbestraft ist und dem Vernehmen nach unter Bewährungsauflagen steht. Seit der Festnahme im Juli sitzt er in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage anberaumt, das Urteil soll in der zweiten Februarwoche gesprochen werden. Dem Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 06.01.2016 | 09:30 Uhr