Stand: 30.03.2016 16:39 Uhr

Passagiere attackieren Lokführer mit Stein

Für einen 41-jährigen Metronom-Lokführer hat eine Fahrt von Bremen nach Hamburg im Krankenhaus geendet. Am Bahnhof Hittfeld (Landkreis Harburg) warfen drei noch unbekannte Täter dem Mann einen Stein an den Kopf. Das Trio war vorher des Zuges verwiesen worden. Die Bundespolizei in Bremen bittet Zeugen des Angriffs, sich unter (0421) 16 29 96 50 zu melden. Gesucht werden zwei männliche Heranwachsende, die gebrochen Deutsch sprechen, sowie eine blonde Jugendliche, wie Sprecher Thomas Bruns NDR.de sagte.

Aus dem Zug geflogen, dann Stein geworfen

Die jungen Leute waren am Dienstagabend in dem Metronom unterwegs. Am Bahnhof Hittfeld blockierten sie eine Tür, sodass die Bahn nicht abfahren konnte. Als die Zugbegleiterin sie dazu bewegen wollte, die Tür freizugeben, versuchte eine Person aus der Gruppe, ihr das Handy zu stehlen, wie Bruns berichtet. Daraufhin wollte die Zugbegleiterin die drei aus dem Zug werfen. Mit Unterstützung des Lokführers brachte sie die Gruppe zum Aussteigen. Als der Lokführer den Bahnsteig entlang zurück zur Lok ging, bekam er von hinten den Stein an den Kopf. Er erlitt eine Platzwunde und wurde im Krankenhaus versorgt. Die drei Verdächtigen ergriffen die Flucht.

Steinwurf "stellt neue Dimension dar"

Weder im Metronom noch am Bahnhof Hittfeld gibt es Bruns zufolge Überwachungskameras. Die Bundespolizei sei daher besonders auf Zeugenhinweise angewiesen, um die mutmaßlichen Täter zu identifizieren. Tätliche Angriffe wie dieser seien eher die Ausnahme - noch. In den vergangenen Jahren hätten Angriffe auf Zugführer allerdings zugenommen. "Die Hemmschwelle scheint zu sinken", sagte Bruns NDR.de. Das Unternehmen Metronom klagt ebenfalls über zunehmende Angriffe auf sein Personal. Die Attacke in Hittfeld stelle eine neue Dimension dar, sagte ein Sprecher. Das Unternehmen forderte mehr gegenseitigen Respekt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 30.03.2016 | 17:00 Uhr