Stand: 17.12.2013 19:47 Uhr

Lüneburger Polizei geht von Brandstiftung aus

Der verheerende Brand am Lüneburger Stintmarkt Anfang Dezember war offenbar kein Unfall. "Wir gehen nach derzeitigem Ermittlungsstand mit hoher Wahrscheinlichkeit von vorsätzlicher Brandstiftung aus", sagte Polizeisprecher Kai Richter am Dienstag. In der Ruine hätten Experten unter anderem Spuren von Brandbeschleunigern gefunden. Eine 15-köpfige Sonderkommission und die Staatsanwaltschaft ermittelten nun wegen schwerer Brandstiftung und elffachen versuchten Totschlags. Denn so viele Anwohner mussten wegen des Feuers in Sicherheit gebracht werden. Ob es bereits Hinweise auf einen oder mehrere Täter gibt, blieb zunächst unklar. Es droht eine mehrjährige Haftstrafe.

Ruine wird weiter untersucht, Anwohner befragt

Die Arbeit der Sonderkommission wird laut Polizeisprecher Richter voraussichtlich bis ins neue Jahr dauern. Neben dem Fund des Brandbeschleunigers gebe es noch "viele Details, die ich hier nicht preisgeben möchte". Die Untersuchung der Ruine sei am Dienstag fortgesetzt worden. Dabei kämen auch Sachverständige, die Brandursachenkommission des Landeskriminalamts und Spezialhunde zum Einsatz. Darüber hinaus würden die Beamten weiter Anwohner und Feuerwehrleute befragen, um das Geschehen aufzuklären. Für Augenzeugen hat die Polizei ein Hinweistelefon unter der Nummer (04131) 29 23 63 eingerichtet.

Millionenschaden nach Großbrand am Stintmarkt

Bürgermeister Mädge: "Es ist erschütternd"

Lüneburgs Bürgermeister Ulrich Mädge (SPD) zeigte sich am Dienstag entsetzt über die neuen Erkenntnisse. "Es ist erschütternd, dass hier jemand kaltblütig das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner aufs Spiel gesetzt hat. Und nicht nur der Bewohner, sondern aller Menschen am Stint", so das Stadtoberhaupt. Anderen geht es ähnlich: "Zu sehen, dass kriminelle oder niedere Beweggründe dazu führen, dass ein historisches Denkmal dem Erdboden gleichgemacht werden muss, das tut weh", sagte der ehemalige Bewohner Günther Degen gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Hausbesitzer Michael von Hartz sagte, dass Ermittlungsergebnis habe ihn völlig überrascht. Er könne sich nicht vorstellen, wer den Brand gelegt haben könnte.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 13.03.2017 | 19:30 Uhr