Stand: 07.02.2013 15:36 Uhr

Kritik an rot-grünem Kompromiss bei A 39

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Die A 39 ist noch in Planung. Sie soll einmal von Wolfsburg nach Lüneburg führen. (Archiv)

In Hannover waren SPD und Grüne vermutlich heilfroh über den Kompromiss zur Küstenautobahn A 20 und zur Autobahn 39 bei den Koalitionsgesprächen. Doch aus der betroffenen Region rund um Lüneburg hagelt es Kritik. Ein "fatales Signal für die Entwicklung der ländlichen Regionen in Niedersachsen" glaubt der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade, Jörg Orlemann zu erkennen. Er sorge sich, ob die neue Landesregierung den Blick für die spezifischen Probleme des ländlichen Raumes habe, sagte er NDR 1 Niedersachsen.

"Politischer Abgesang"?

Der Gesamtverband Verkehrsgewerbe sieht im rot-grünen Kompromiss bereits den "politischen Abgesang auf die Projekte A 20 und A 39". Das werde durch die Umwidmung der 16 Millionen Euro Planungskosten zu Gunsten von Schienen-Projekten deutlich, sagte ein Sprecher NDR 1 Niedersachsen. Etwas gemäßigter fielen die Reaktionen der IHK Lüneburg-Wolfsburg aus: Hier begrüßt man, dass Planung und Bau weitergehen - bedauert aber gleichzeitig, dass die Gelder für die Planung abgezogen werden.

VW mit lachendem und weinendem Auge

Die Stadt Uelzen und der VW-Konzern zeigen ein lachendes und ein weinendes Auge nach dem Kompromiss. Beide wünschen sich die Autobahn als Entlastung für Pendler, begrüßen aber gleichzeitig, dass die abgezogenen Millionen in die Bahnstrecke Uelzen-Stendal investiert werden sollen. Auf Widerstand stößt der entschleunigte Neubau auch in Bad Bevensen: Hier hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, die den Bau der A 39 verhindern will.

ADAC fordert zügigen Ausbau

Kritik am Kompromiss kam auch vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt: "Mobilität und Wirtschaftsentwicklung werden ausgebremst, noch bevor es überhaupt ans Regieren geht", sagte der Vorsitzende Reinhard Manlik am Donnerstag in Hannover. Er forderte eine zügige Weiterverfolgung der Bauvorhaben. Die neue Landesregierung könne nicht bereits eingeplante Mittel für die A 39 für andere Projekte verwenden. "Wir brauchen den Infrastrukturausbau für eine leistungsfähige Wirtschaft und die Sicherheit auf den Straßen", begründete er seine Kritik.

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Aktuell | 07.02.2013 | 12:00 Uhr