Stand: 22.11.2014 18:17 Uhr

Krebsfälle in Bothel: Befragung hat begonnen

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Wegen der auffällig hohen Leukämierate in Bothel werden nun die Bürger befragt. (Themenbild)

In Bothel (Landkreis Rotenburg) hat am Sonnabend eine Befragung zur Häufigkeit von Krebserkrankungen begonnen. Hintergrund ist die auffällig hohe Leukämierate unter den knapp 7.000 Einwohnern der Samtgemeinde. Alle Bürger ab 16 Jahren erhalten deshalb nun einen Fragebogen per Post. Die Befragung durch die Kreisbehörde soll bis Weihnachten abgeschlossen sein, die Auswertung erfolgt dann im kommenden Jahr. Sie soll Hinweise auf mögliche Zusammenhänge der Krankheitsfälle mit Arbeitsstätten oder Wohnorten bringen.

Befürchtungen der Botheler bestätigt

In der Samtgemeinde ist innerhalb von rund zehn Jahren bei 40 Männern Blut- und Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert worden. Normal wären 20 gewesen. Eine Erhebung des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN) hatte die erschreckenden Zahlen geliefert und damit die Befürchtungen vieler Botheler bestätigt. Die Daten zu den Krankheitsfällen werden bei dem niedersächsischen Krebsregister allerdings anonymisiert abgegeben, so dass Fragen zum Beispiel nach Belastungen am Arbeitsplatz als mögliche Krankheitsursache bisher nicht beantwortet werden können.

Nabu: Überhöhte Quecksilberwerte in Söhlingen

Bürgerinitiativen führen die erhöhte Krebsrate auf die Erdgasförderung im nahe gelegenen Söhlingen zurück. Nach Bekanntwerden der erhöhten Krebsrate in Bothel hatte sich der Naturschutzbund (Nabu) zu Wort gemeldet. Der Kreisverband Rotenburg hatte nach eigenen Angaben in der direkten Umgebung von zwei Bohrplätzen bei Söhlingen 40- bis 70-fach überhöhte Quecksilberwerte gemessen. In der Vergangenheit habe es zudem Berichte über den Austritt des krebserregenden Benzols in der Region gegeben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.11.2014 | 10:00 Uhr