Stand: 18.05.2017 21:38 Uhr

KGS Schneverdingen ist "zweitstärkste Schule"

Glückwunsch an die kooperative Gesamtschule (KGS) Schneverdingen im Heidekreis: Sie hat den zweiten Preis beim bundesweiten Wettbewerb "Starke Schule" belegt. Bei einer Feierstunde in Berlin gab Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das bekannt. Insgesamt hatten sich 500 Schulen beworben. Initiiert wird der Preis von der Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, dem Arbeitgeberverband BDA und der Deutsche Bank Stiftung. Vergeben wird er alle zwei Jahre. Prämiert werden dabei Schulen, die ihre Schüler mit Blick auf die Zukunft besonders an die Hand nehmen. Der erste Platz ging an eine Schule aus der Elbe-Stadt Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt.

Mit "JOBWärts" in die Ausbildung

Das Programm, mit dem die KGS aus dem Heidekreis knapp hinter dem Sieger landete, heißt "JOBWärts". "Es bereitet die Schüler auf die anschließende berufliche Ausbildung oder auf die Universität vor", erklärt Claudia Witzek. Sie ist pädagogische Leiterin der Schule. Die Hauptschüler etwa lernen ein ganzes Jahr in einem von ihnen gewählten Profil bereits Inhalte, die sonst erst im ersten Ausbildungsjahr behandelt werden. Sie lernen, Arbeitsberichte zu schreiben, trainieren Bewerbungsverfahren. Für den Realschulzweig sieht das dann so aus: Wollen die Schüler in die Oberstufe, nehmen sie an für die Oberstufe relevanten Kursen in Mathe, Deutsch oder Englisch teil. Oder: Wollen sie eine Ausbildung machen, dann machen sie ein Langzeitpraktikum. Gymnasiasten würden in einem zweiwöchigen Praktikum Vorlesungen zusammenstellen, um zu schauen, ob das Studium etwas für sie ist.

"Ich habe gemerkt, was ich machen möchte"

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Schulleitung und Schüler nehmen am Donnerstag die Auszeichnung in Berlin entgegen.

Jedes Kind soll seinen Fähigkeiten und Berufswünschen entsprechend gefördert werden. Und für Jenny Krause, Schulsprecherin der KGS Schneverdingen, hat dieses Programm funktioniert. Sie ist jetzt in der 10. Klasse und wird nach den Sommerferien eine Ausbildung beginnen. Sie hat im Rahmen von "JOBWärts" im Kindergarten Schneverdingen gearbeitet. "Ich habe durch das Projekt gemerkt, dass ich genau das machen möchte." Das habe ihr sehr geholfen.

Deutsch lernen an der KGS

Die Schule kümmert sich aber nicht nur um Kinder, die aus Schneverdingen und der Umgebung kommen, sondern auch um Flüchtlingskinder. Für sie hat die Schule spezielle Sprachlernklassen. Gleichzeitig hilft sie ihnen beim Übergang in die Regelklasse, indem die Lehrer mit ihnen individuelle Stundenpläne erarbeiten. Für Adel Fansa - einen Schüler aus Syrien, der seit 18 Monaten in Deutschland lebt - ein Erfolg: Er habe die Sprachlernklasse besucht, könne jetzt schon gut deutsch. Mittlerweile besucht er die 10. Klasse und will sein Abitur machen.

Sonderpreis für Flüchtlingsprojekt

Für diese erfolgreiche Integration von Flüchtlingskindern hat die KGS Schneverdingen in Berlin gleich noch einen Preis eingesackt: den Sonderpreis "Flüchtlinge willkommen heißen". Doch diese Auszeichnungen sind für Schulleiter Mani Taghi-Khani kein Grund sich auf den Erfolgen auszuruhen. Er hat schon neue Ideen, wie die Kinder noch besser auf das Leben nach der Schule vorbereitet werden können.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 18.05.2017 | 19:30 Uhr

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