Stand: 01.09.2017 12:52 Uhr

"Jetzt oder nie": 57-Jähriger macht Seepferdchen

Dass er so mal abgelichtet wird, als Schwimmer im Freibad, hätte sich Volker Trebjilla noch vor kurzer Zeit nicht träumen lassen.

Der Sommer 2017 hat sich nicht gerade durch viele sonnige Wochen ausgezeichnet. Aber ein paar heiße Tage gab es doch - Tage mit bestem Badewetter, an denen die Menschen ins Freibad, an den See oder an den Strand strömten. Doch in den Gewässern gab es auch in diesem Jahr immer wieder tödliche Unfälle. Einer aktuellen Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zufolge kann eine große Zahl Kinder nicht schwimmen - und viele Erwachsene auch nicht. Diese große Zahl ist jetzt etwas kleiner geworden: Volker Trebjilla aus Jelmstorf im Landkreis Uelzen hat schwimmen gelernt und sein Seepferdchen gemacht - mit 57 Jahren.

"Ich hatte immer Ausreden parat"

Sein Leben lang hat Trebjilla Angst vor dem Wasser gehabt, Angst vor der Tiefe. "Ich hatte immer irgendwelche Ausreden parat, ob in der Schule, bei der Bundeswehr oder in der Freizeit", erinnert er sich. Einmal habe er sich sogar in den Finger geschnitten, damit er in der Schule nicht mit schwimmen musste. Vor ein paar Monaten wollte der Handwerker abnehmen, stellte seine Ernährung um und bewegte sich mehr. Zunächst versuchte er es mit Laufen. "Das ging mir aber zu sehr auf die Gelenke, das funktionierte bei mir nicht." Eine gute Freundin riet ihm schließlich, schwimmen zu gehen. Und da dachte sich Trebjilla: "Jetzt oder nie."

"Ab ins richtige Schwimmerbecken"

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Stephan Blischnok hat sich seines Schülers geduldig angenommen.

In Schwimmmeister Stephan Blischnok vom Lüneburger Freibad Hagen fand er einen geduldigen Lehrer. Seine ersten Wasserkontakte hatte Trebjilla im Nichtschwimmerbecken. Dann ging es Stück für Stück ins tiefere Wasser - mit Schwimmnudel und Brett. "Und dann habe ich gesagt, weg damit und ab ins richtige Schwimmerbecken. Ich hätte nie gedacht, dass das klappt."

Das erste Abzeichen ziert die Badehose

Es klappte so gut, dass der 57-Jährige nach nur acht Trainingsstunden sein Seepferdchen schaffte - immerhin konnte er dann schon 25 Meter am Stück schwimmen. Das orangefarbene Abzeichen nähte er sich stolz auf seine Badehose. "Hätte ich gedacht, dass ich das Schwimmen so schnell und so gut schaffe, hätte ich eher angefangen", resümiert er. Und so trainiert er fleißig weiter. "Mir tut die Bewegung gut, vor allem meinem Rücken."

Jetzt will der Neu-Schwimmer es wissen

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Das erste Abzeichen ziert die Badehose - jetzt will Trebjilla mehr.

Sein nächstes Ziel: Bronze. Schwimmmeister Blischnok ist zuversichtlich: "Die Technik ist schon ganz ordentlich, jetzt müssen wir noch die Ausdauer trainieren." Wenn die Freibad-Saison vorbei ist, geht es im Hallenbad weiter. Für Volker Trebjilla ist der diesjährige Sommer daher ein ganz besonderer: Er ist insgesamt 18 Kilogramm leichter und um ein Abzeichen reicher. Weitere fünf Kilo will er noch verlieren - mit dem Schwimm-Training fürs Bronze-Abzeichen sicherlich kein Problem.

Hinweise zum sicheren Schwimmen

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 06.06.2017 | 16:00 Uhr

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