Stand: 07.05.2015 10:10 Uhr

Hubschrauber bekämpft Eichenprozessionsspinner

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Im Landkreis Lüneburg wird der Eichenprozessionsspinner aus der Luft bekämpft.

Der Eichenprozessionsspinner ist wieder da. Derzeit sind es noch kleine Larven, die mit dem bloßen Auge kaum erkennbar sind. Aber schon in zwei bis drei Wochen werden die ersten ausgewachsenen Raupen an den Eichen entlangkrabbeln. Die Haare des Eichenprozessionsspinners können beim Menschen starke allergische Reaktionen hervorrufen. Deshalb hat der Landkreis Lüneburg am Mittwoch damit begonnen, aus der Luft Gift zu sprühen.

Gifteinsatz in der Verpuppungsphase

Insgesamt 13 Tonnen eines Gift-Wasser-Gemisches wird ein Hubschrauber in den kommenden Tagen über dem Landkreis Lüneburg verteilen. "Jetzt ist dafür genau der richtige Zeitpunkt", sagte Einsatzleiter Karsten Schigulski NDR 1 Niedersachsen. "Wir besprühen den Eichenprozessionsspinner in einer Verpuppungsphase, in der es ihm dann nicht mehr möglich ist, in das Stadium zu kommen, in dem er die Brennhaare ausbildet." Die winzigen Haare können starken Ausschlag und sogar Entzündungen hervorrufen, bestätigt das Lüneburger Gesundheitsamt. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder Fälle gegeben, in denen auch Kinder im Krankenhaus behandelt werden mussten. Deshalb besprüht der Landkreis Lüneburg zurzeit insbesondere Schul- und Wanderwege, die von vielen Menschen genutzt werden.

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Angeblich keine Gesundheitsgefahr

"Während der Hubschrauber-Flüge werden die jeweils betroffenen Straßenabschnitte für etwa 15 Minuten gesperrt", sagte eine Kreissprecherin. Der Einsatz sei relativ witterungsunabhängig, nur bei starkem Regen oder Wind bleibe der Helikopter unten. Das großflächige Abwerfen des Gifts per Hubschrauber sei sehr viel effektiver als die Maßnahmen vom Boden, dabei aber nicht gefährlicher, ergänzte Einsatzleiter Schigulski. Auch das Gesundheitsamt wies Bedenken zurück. Das Gift habe keine Auswirkungen auf den Menschen, weil es ausschließlich auf den Chitin-Stoffwechsel der Raupe wirkt.

Andere Landkreise warten ab

Die Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg und Heidekreis beobachten die Situation derzeit noch und wollen gegebenenfalls später eingreifen. In vielen Gemeinden und Städten - etwa Winsen, Lüchow, Gartow und Uelzen - werden Bäume aber in den kommenden Tagen präventiv vom Boden aus besprüht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 06.05.2015 | 17:00 Uhr