Stand: 17.05.2017 10:43 Uhr

Heißluftballon-Firma wegen Betruges vor Gericht

Eine Fahrt mit einem Heißluftballon ist für viele Menschen ein Traum. Entsprechend beliebt sind Gutscheine, die genau das ermöglichen. Eine Firma in Handeloh im Landkreis Harburg hat aus dem Wunsch der Menschen, die Welt einmal von oben zu sehen, ein profitables Geschäft gemacht. Einziger Haken: In die Höhe ging es für viele Kunden nie. Die Ballonfahrten, für die Gutscheine im Internet verkauft wurden, wurden immer wieder abgesagt. Nun muss sich der 54-jährige Firmenchef am 26. Juni vor dem Amtsgericht Tostedt verantworten. Er ist in insgesamt 60 Fällen wegen gewerbsmäßigen Betruges und in 30 Fällen wegen Ballonfahrten ohne Erlaubnis angeklagt.

Mal zu windig, mal zu kalt

Das Unternehmen war offenbar immer mit derselben Masche vorgegangen: Ohne konkrete Termine zu kennen, hatten Interessenten im Internet Gutscheine gekauft. Dann wurden die Ballonfahrten immer wieder verschoben - mal weil es angeblich zu windig war, mal weil es zu kalt war. Bei der Staatsanwaltschaft Stade gingen daraufhin mehrere Hundert Anzeigen ein. "Das Unternehmen war niemals in der Lage, die Ballonfahrten in dieser Anzahl auch durchzuführen", sagt Oberstaatsanwalt Kai Thomas Breas.

Ermittlungen dauerten drei Jahre

Drei Jahre hatte die Staatsanwaltschaft ermittelt, Wohnungen wurden durchsucht, Polizisten werteten Dokumente und Zeugenausagen aus. Insgesamt haben die Beamten einen Zeitraum von 2011 bis 2015 untersucht. Gegen den Chef der Firma wird auch wegen Insolvenzverschleppung ermittelt. Die beiden Vorgängerfirmen des Mannes sind insolvent gegangen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 10.05.2016 | 17:00 Uhr

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