Stand: 15.12.2016 08:50 Uhr

Hafenbehörde verklappt Gift-Schlick in der Elbe

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Mit dem Schlick holen die Schwimmbagger auch jede Menge Schadstoffe aus dem Hamburger Hafen.

Die Hamburger Hafenbehörde (HPA) hat im vergangenen Jahr 232,2 Tonnen Blei, Arsen und Quecksilber im Bereich des Alten Lands in der Elbe verklappt. Das geht aus dem jüngsten Monitoring-Bericht der Hafenbehörde hervor. Die Schadstoffe sind Teil von insgesamt acht Millionen Tonnen Hafenschlick, die das ganze Jahr über von Schwimmbaggern vom Hafen an den Rand des Elbfahrwassers in der Nähe der Naturschutzgebiete Neßsand und Mühlenberger Loch umgelagert wurden. Nach Auskunft eines HPA-Sprechers handelt es sich bei den giftigen Stoffen um 161,5 Tonnen Blei, 67,4 Tonnen Arsen und 3,3 Tonnen Quecksilber. Die Konzentration liege auf dem Niveau des Vorjahres, sagte er. Im vergangenen Jahrzehnt habe es weder größere Rückgänge noch eine Zunahme der Metallbelastung gegeben.

Umweltschützer sind bisher machtlos

"Das ist eine gigantische Menge an Schadstoffen", sagte der Hamburger BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Den Umweltschützern seien allerdings die Hände gebunden, weil sich die Giftanteile im Schlick unterhalb der gültigen Grenzwerte befänden. Der BUND spricht sich deshalb für strengere Grenzwerte aus.

Ministerium bestätigt Problematik

Das niedersächsische Umweltministerium teilte auf Anfrage von NDR.de mit, dass die hohen Schadstoffmengen grundsätzlich ein Problem seien. Das Schlickmanagement stelle eine große Herausforderung dar. In der Stromelbe bei Neßsand würden aber nur Sedimente umgelagert, die die Umweltauflagen erfüllen. Sehr stark schadstoffbelastete Sedimente müssten extra entsorgt werden.

Umweltministerien streben Lösung an

Der Landkreis Stade erwartet, dass Hamburg Probleme mit der Umlagerung belasteter Sedimente nachhaltig löst und die Unterelbe nicht weiter mit Schwermetallverbindungen belastet. Seit April 2016 wird bereits ein Teil des giftigen Schlicks mit Zustimmung des Landes Schleswig-Holstein zwischen Helgoland und Cuxhaven in der Elbmündung verklappt. Die Genehmigung sehe aber einen Mengenbegrenzung von 1,5 Millionen Tonnen Baggergut (Trockensubstanz) vor.

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Schlick behindert Barkassen im Hamburger Hafen

Hamburger Hafenunternehmer beklagen zunehmenden Schlick in der Elbe. Schiffe würden öfter festsitzen. Die Hafenverwaltung erklärt, Beschwerden seien bislang nicht eingegangen. (22.05.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.12.2016 | 08:00 Uhr

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