Stand: 22.02.2017 05:00 Uhr

Gorleben: Aktivisten erinnern an Standortbenennung

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Nach der Entscheidung für Gorleben gab es im Frühjahr 1979 zahlreiche Proteste. (Archivbild)

Es ist ein Datum, das das Wendland durch und durch geprägt hat: Am 22. Februar 1977 gab der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) bekannt, dass bei Gorleben im Landkreis Lüchow-Dannenberg ein "nukleares Entsorgungszentrum" entstehen werde. Es war der Auftakt für einen unvergleichlichen Widerstand gegen Atomenergie. Bis Sonntag erinnern Umweltschützer anlässlich des 40. Jahrestages mit einer Aktionswoche an die Benennung von Gorleben als Atomstandort.

Vor einem Biohof im Wendland steht ein gelbes Kreuz.

40 Jahre Widerstand gegen Gorleben

Hallo Niedersachsen -

Der gemeinsame Feind - das geplante Atommüllager - hat die Bevölkerung im Wendland in den letzten 40 Jahren zusammenwachsen lassen.

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Trecker-Konvoi nach Gorleben

Eingeläutet wurde die Protestwoche "Rückbau statt Rückschau - 40 Jahre Gorleben" am Sonnabend mit einer Trecker-Sternfahrt zu den Atomanlagen. Dort gab es eine Kundgebung mit zahlreichen Rednern und ein buntes Kulturprogramm. Menschen verschiedenster Generationen sind zu Wort gekommen, die alle durch die Gorleben-Geschichte geprägt wurden, sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg im Gespräch mit dem NDR. "Wir haben Geschichte geschrieben, Atom-Ausstiegsgeschichte. Doch es ist weiter Aufklärung und Widerstand nötig."

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40 Jahre Gorleben: Der Atommüll und seine Gegner

Vor 40 Jahren verkündete Niedersachsens damaliger Ministerpräsident: In Gorleben soll ein nukleares Entsorgungszentrum entstehen. Es war auch der Beginn einer Geschichte des Widerstandes. mehr

Aktionswoche mit vielfältigem Programm

Kommenden Sonnabend dann stellt der Wissenschaftler Attila Dészi sein Forschungsprojekt "Archäologie der Republik Freies Wendland" vor. Dészi plant, die Überreste eines 1980 errichteten Hüttendorfes auszugraben. Abgeschlossen wird die Aktionswoche am Sonntag mit einem literarischen Nachmittag im Künstlerhof Schreyahn, der unter dem Motto "Pegasus in Gorleben - 40 Jahre Widerstand" steht. Das gesamte Programm gibt es auf der Homepage der Bürgerinitiative Umweltschutz.

Angst vor Endlager bleibt

Nach den ursprünglich von Albrecht verkündeten Plänen sollten auf einer Fläche von zwölf Quadratkilometern unter anderem eine atomare Wiederaufbereitungsanlage, ein Endlager sowie mehrere Zwischenlager gebaut werden. Nach massiven Protesten wurde auf einen Teil der Anlagen verzichtet. Der Salzstock in Gorleben ist allerdings weiterhin als mögliches Endlager im Gespräch. Außerdem stehen in der Gegend zwei Zwischenlager und eine sogenannte Pilotkonditionierungsanlage, in der schadhafte Atommüllbehälter repariert werden können.

Wendland: Auf den Spuren einer Republik

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Seit Jahren ist Gorleben mit einer Veränderungssperre belegt. Dadurch kann der Salzstock als mögliches Atomendlager nicht untauglich gemacht werden. Die Sperre soll nun verlängert werden. (15.02.2017) mehr

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Das Erste: Panorama

Im Februar 1977 verkündete Ministerpräsident Ernst Albrecht die Entscheidung, in Gorleben ein atomares Endlager zu bauen. Heute ist die Diskussion wieder da, wo sie vor 40 Jahren war. mehr

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Archäologe gräbt "Freie Republik Wendland" aus

Archäologen erforschen zumeist längst vergangene Zeiten. Nicht im Fall der "Freien Republik Wendland". 1980 von Atomkraftgegnern errichtet, soll das Hüttendorf nun ausgegraben werden. (19.01.2017) mehr

Gorleben: Eine Chronik der Ereignisse

Von der Ankündigung Ernst Albrechts 1977, in Gorleben ein "Nukleares Entsorgungszentrum" aufzubauen, bis zum anhaltenden Protest gegen ein atomares Endlager im Wendland. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 17.02.2017 | 17:00 Uhr

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