Stand: 08.03.2017 21:08 Uhr

Endlagersuche: Geteiltes Echo auf Gesetzentwurf

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager ist wieder offen: Die Fraktionen von Union, SPD und Grünen haben am Mittwoch in Berlin ihren gemeinsamen neuen Gesetzentwurf zur Suche eines Standorts in den Bundestag eingebracht. Bis zum Jahr 2031 soll ein Ort gefunden werden, in dem Atommüll für mindestens eine Million Jahre sicher lagern kann. Bei der bundesweiten Suche soll keine Region ausgeschlossen werden. Der Salzstock Gorleben bleibt in der Auswahl, soll aber nicht bevorzugt behandelt werden.

Wenzel: Gorleben könnte "endgültig Geschichte" sein

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) lobte den Entwurf. Mit ihm werde "eines der finstersten Kapitel des Atomlobbyismus in Deutschland beendet". Die Entscheidung für Gorleben sei "Willkür" und eine "katastrophale Fehlentscheidung" gewesen. Wenn nun die Vorgaben aus dem Gesetz "wissenschaftsbasiert und wirklich ergebnisoffen umgesetzt werden, ist Gorleben endgültig Geschichte", so Wenzel. Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze sagte, sie sei überzeugt davon, dass Gorleben als Standort ausscheiden werde.

Atom-Gegner sind skeptisch

Skeptisch zeigte sich dagegen die Anti-Atom-Organisation "Ausgestrahlt". Die in dem Gesetz beschriebenen Auswahlkriterien seien so vage formuliert, dass Gorleben schnell wieder ins Spiel kommen könne, sagte deren Sprecher Jochen Stay. Der Bund für Umwelt und Naturschutz kritisierte den Gesetzentwurf ebenfalls. Es fehle eine Mindestzahl unterirdischer Untersuchungen, sagte der BUND-Vorsitzender Hubert Weiger.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.03.2017 | 15:00 Uhr

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