Stand: 20.01.2016 11:27 Uhr

Auschwitz-Prozess: Revision verzögert sich

Rund ein halbes Jahr nach dem Urteil des Lüneburger Landgerichts im Auschwitz-Prozess gegen Oskar Gröning ist unklar, wann die Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt wird. Normalerweise hätte die zuständige Staatsanwaltschaft in Hannover die Revisionsakten an den BGH weitergeleitet. Doch in Hannover hatte man bei der Prüfung der Akten einen formalen Fehler festgestellt. Es seien nicht allen Prozessparteien diese Schriftstücke zugänglich gemacht worden. Die Behörde habe daraufhin die Akten nach Lüneburg zurückgeschickt, sagte eine Sprecherin des Landgerichts.

Der frühere SS-Mann Oskar Gröning wartet in Lüneburg (Niedersachsen) auf das Urteil in seinem Prozess. © dpa-Bildufnk Fotograf: Axel Heimken

"Moralisch mitschuldig": Zitate aus dem Auschwitz-Prozess

Der Auschwitz-Prozess gegen den ehemaligen SS-Mann Oskar Gröning hat im Sommer 2015 alle Beteiligten an ihre Grenzen geführt. Ein Rückblick mit bemerkenswerten Zitaten aus dem Gerichtssaal in Lüneburg.

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Revision verzögert sich durch Formfehler

Diesen formalen Fehler habe das Landgericht inzwischen korrigiert und die Unterlagen wieder nach Hannover geschickt, so die Sprecherin am Dienstag gegenüber NDR.de. Wenn die Behörde keine weiteren Einwände haben sollte, würden die Akten demnächst an den BGH weitergeleitet.

Früherer SS-Mann zu vier Jahren Haft verurteilt

Der frühere SS-Mann war wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen für schuldig befunden und zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 94-Jährige in seiner damaligen Funktion im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zumindest indirekt an der Tötung ungarischer Juden beteiligt war. Nach dem Urteil hatten sowohl die Anwälte Grönings als auch Anwälte mehrerer Nebenkläger Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Während die Verteidigung das Urteil als zu hart erachtet, strebt die Nebenklage eine Verurteilung Grönings wegen Mordes an.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Version des Artikel war die Generalstaatsanwaltschaft in Celle als zuständige Behörde genannt. Das ist falsch. In diesem Fall ist die Staatsanwaltschaft in Hannover zuständig.

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