Stand: 22.02.2016 19:18 Uhr

Ministerium setzt bei "Problemwolf" auf Vergrämung

Nach dem Umweltverband NABU hat sich am Montag auch das niedersächsische Umweltministerium zunächst für die Vergrämung eines verhaltensauffälligen Wolfs aus Munster (Heidekreis) ausgesprochen. Nach den Plänen des Ressorts solle das Tier nach Möglichkeit nicht getötet werden. Vor einer möglichen "Entnahme" werde zunächst versucht, das angeborene Fluchtverhalten des Tieres wieder herzustellen, teilte das Ministerium in Hannover mit. Die Bewegungen des Wolfes werden laut Ministerium mit Peilsendern kontrolliert. Dabei würden die Empfehlungen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes und des niedersächsischen Arbeitskreises Wolf berücksichtigt. Experten hatten sich am Wochenende ebenfalls für eine Vergrämung des Wolfs ausgesprochen.

Vergrämt Gummischrot den Wolf?

Unklar ist hingegen, wie die Vergrämung umgesetzt werden soll. Laut NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller ist es etwa durch den Beschuss mit Gummischrot oder anderen nicht tödlichen Geschossen möglich, die dem Wolf unmissverständlich seine Grenzen aufzeigten. In den vergangenen Wochen hatte sich das Tier in der Lüneburger Heide offenbar mehrmals Menschen bis auf wenige Meter genähert, jedoch kein aggressives Verhalten gezeigt. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hatte daraufhin zunächst nicht ausgeschlossen, das Tier notfalls töten zu lassen.

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