Stand: 22.09.2017 11:54 Uhr

Altes Land: Bestandsschutz für Deichhäuser

Aufatmen für viele Hausbesitzer im Alten Land: Am Donnerstag hat Niedersachsens Landtag in seiner letzten Sitzung vor der Neuwahl einen jahrelangen Streit an der Elbe beigelegt. Das Parlament beschloss einstimmig einen grundsätzlichen Bestandsschutz für die Deichhufendörfer. Das sind jene historischen Siedlungen mit älteren Wohnhäusern und Baumbeständen an und auf den Deichen entlang der Lühe und Este um Jork (Landkreis Stade). Das reformierte Deichgesetz von 2004 verbietet eine Bebauung auf dem Deich. Doch von nun an gilt: Wird ein Haus auf dem Deich baufällig, so muss es nicht verschwinden, sondern darf saniert werden. Es kann auch ganz neu erbaut werden.

Mehr als 1.800 Häuser betroffen

Die Gemeinden dürfen nach dem Beschluss im Landtag bestehende Baulücken schließen und alte Bäume durch neue ersetzen. All dies hatte einer der Altländer Deichverbände aus Gründen der Deichsicherheit generell verbieten wollen. Nach dem Beschluss der Antrags, den die CDU-Fraktion gestellt hatte, um das "einzigartige Kulturgut" zu schützen, kann eine Baugenehmigung höchstens im Einzelfall versagt werden. Nach Einschätzung der Bürgerinitiative IG Este dürfte die Entscheidung mehr als 1.800 Häuser im Alten Land betreffen. In dem Gebiet wohnt jeder Vierte auf einem Deich. Für den 9. Oktober ist eine Informationsveranstaltung im Obstbauzentrum in Jork geplant.

Ein vier Jahre alter Konflikt

Der Streit hatte begonnen, als vor knapp vier Jahren ein Haus auf dem Lühe-Deich abbrannte und der Deichverband den Wiederaufbau ablehnte - wegen der Deichsicherheit. Das Umweltministerium in Hannover signalisierte, dass es Häuser und Bäume auf den Deichen langfristig ebenfalls kritisch sieht. Seitdem waren zahlreiche Hausbesitzer in Alarmstimmung. Bürgerinitiativen gründeten sich und forderten, das Deichgesetz zu ändern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.09.2017 | 08:30 Uhr

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