Stand: 24.06.2015 18:48 Uhr

20 Sender für Niedersachsens Wölfe

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Ein Wolf aus Munster hat bereits einen Sender erhalten. Er wurde in einer Falle gefangen und betäubt, bevor ihm das Halsband angelegt wurde.

Niedersachsen ist den Wölfen auf der Spur. Einem Wolf aus dem Rudel in Munster (Landkreis Heidekreis) ist bereits erfolgreich ein Sender verpasst worden, nun sollen weitere Wölfe Sender erhalten. Über mindestens zwei Jahre sollen die Tiere dann intensiv überwacht werden. Das Umweltministerium wolle das Verhalten der Tiere besser im Blick haben, sagte Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz am Mittwoch in Munster. Mithilfe der Sender wollen die Experten Bewegungsmuster und mögliche Auffälligkeiten der Wölfe erkennen. Gegebenenfalls sollen die Tiere vergrämt, also mit Gummigeschossen attackiert werden, damit sie lernen, sich von Menschen fernzuhalten.

Wie nah kommt der Wolf dem Menschen?

18 niedersächsische Wolfsberater wollen sich beteiligen und weitere Wölfe besendern, zunächst in Munster, dann niedersachsenweit. Ein Sender kostet das Land zwischen 3.000 und 4.000 Euro. Für ganz Niedersachsen werden Kottwitz zufolge rund 20 benötigt. Stündlich liefert der Sender Daten: Wo läuft der Wolf entlang? Wie nah wagt er sich an Menschen heran? Kommen Tiere näher als 30 Meter heran, sollen sie vergrämt werden, erklärte Kottwitz.

Wolfsbüro nimmt Arbeit auf

Für Bürger und Nutztierhalter gibt es unterdessen eine neue Anlaufstelle in Sachen Wolf: Am 1. Juli nimmt das neue Wolfsbüro seine Arbeit auf. Ein dreiköpfiges Team wird von dort aus Bürger und Tierhalter beraten, Meldungen über Nutztierrisse und Anträge auf Präventionsmaßnahmen und Zahlungen bearbeiten. Das Wolfsbüro, das beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) angesiedelt ist, koordiniert dann sämtliche Maßnahmen des Wolfsmanagements in Niedersachsen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 24.06.2015 | 15:00 Uhr