Stand: 12.10.2017 10:09 Uhr

Weil hält Große Koalition für unwahrscheinlich

Bild vergrößern
Stephan Weil glaubt fest daran, dass die Sozialdemokraten erneut stärkste Kraft in Niedersachsen werden können.

Vor der Landtagswahl in Niedersachsen am kommenden Sonntag hat Regierungschef Stephan Weil (SPD) auf NDR Info betont, dass das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl nichts über die Beliebtheit der SPD in Niedersachsen aussage. Dort sei die Partei seit Jahren konstant erfolgreich.

Weil erklärte, dass sich der Landes- und Bundestrend der SPD-Umfragewerte in Niedersachsen generell voneinander unterscheiden. Derzeit liege seine Partei bei mehr als 30 Prozent und lege weiter zu. Die Landtagswahl ist nach den Worten von Niedersachsens Ministerpräsident eine Abstimmung über landespolitische Themen.

Weil setzt im Wahlkampf auf Bürgernähe

Der Landtagswahl-Kandidat Stephan Weil (SPD) im Porträt. © SPD

Weil favorisiert Fortsetzung von Rot-Grün

NDR Info - Aktuell -

Stephan Weil, der SPD-Spitzenkandidat und Ministerpräsident in Niedersachsen, spricht im NDR Info Interview über neue SPD-Hoffnungen, den VW-Skandal und mögliche Bündnisse.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Weil betonte, dass er in seinem Wahlkampf auf Bürgernähe setze. Seiner Ansicht nach ist die Politik dazu verpflichtet, etwas gegen die wachsende Distanz zwischen Regierenden und Regierten zu unternehmen. Dementsprechend setzt er nach eigenen Angaben auf Bürgerversammlungen. Mit diesem Format fühle er sich wohl. Er habe den Eindruck, dass er auf diese Weise die Wähler zufrieden stellen könne.

Weil verteidigte die Rolle des Landes im Aufsichtsrat des Autobauers Volkswagen. Seine Arbeit in den Gremien des Autobauers habe dazu beigetragen, dass sich der Konzern modernisiert und weiterentwickelt habe. VW sei seit vielen Jahren bedeutend für die Landesentwicklung, so Weil. Deshalb halte er es für wichtig, sich als Landesvertreter in den Reihen des Konzerns zu engagieren. Schließlich habe er als Ministerpräsident das Gemeinwohl zu vertreten.

Hinsichtlich möglicher Koalitions-Konstellationen sagte Weil, er halte eine "Jamaika"-Koalition im Land für unwahrscheinlich. Dafür seien CDU und Grüne in Niedersachsen in wichtigen politischen Fragen zu sehr uneins. Weil setzt nach eigenen Worten darauf, dass die Sozialdemokraten erneut die stärkste Kraft im Land werden. In diesem Fall werde er sich für verschiedene Koalitionsgespräche offen zeigen.

Weil: CDU und SPD haben in Niedersachsen kein gutes Verhältnis

Eine Zusammenarbeit zwischen SPD und CDU halte er jedoch für unwahrscheinlich, so Weil. Als Grund dafür nannte der Ministerpräsident, dass Große Koalitionen tendenziell die Ränder stärken. Das gelte es zu verhindern. Außerdem sei es um das Verhältnis zwischen den beiden großen Parteien in Niedersachsen nicht gut bestellt. Weil betonte erneut, dass er auf eine Fortsetzung einer rot-grünen Regierung setze.

 

Weitere Informationen
mit Audio

Piel: Hohe Hürden für Grünen-Bündnis mit FDP

Niedersachsens Grüne können sich nur schwer vorstellen, mit der FDP in eine Koalition zu gehen. Spitzenkandidatin Anja Piel verwies auf NDR Info auf das FDP-Wahlprogramm. mehr

mit Audio

Birkner: Keine Ampel-Koalition mit der FDP

Niedersachsens FDP-Chef Stefan Birkner hat auf NDR Info betont, dass die Liberalen nach der Wahl nicht für eine Koalition mit SPD und Grünen zur Verfügung stehen werden. mehr

mit Audio

"Wir wären zu Koalitionsgesprächen bereit"

Linken-Spitzenkandidatin Anja Stoeck hat auf NDR Info eine mögliche Regierungsbeteiligung in Niedersachsen nicht ausgeschlossen. Die Protestpartei könne nicht nur Opposition. mehr

mit Audio

Guth fordert Ende von Zeitarbeitsverträgen

Die AfD-Spitzenkandidatin in Niedersachsen, Dana Guth, rechnet mit einem sicheren Einzug ihrer Partei in den Landtag. Auf NDR Info forderte sie zudem ein Ende von Zeitarbeitsverträgen. mehr

Überblick: Der Weg zur GroKo

Bei der Landtagswahl ist die SPD überraschend stärkste Partei geworden, sie kann ihr Bündnis mit den Grünen aber nicht fortsetzen. Ein neuer Partner muss also her: die CDU. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 12.10.2017 | 07:08 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:29

Debatte über Polizeieinsatz beim AfD-Parteitag

15.12.2017 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
02:31

Flutlicht-Skifahren im Harz

15.12.2017 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen