Stand: 17.08.2017 11:14 Uhr

Althusmann: Keine CDU-Karriere für Twesten

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Im Zeitungsinterview schließt Bernd Althusmann eine Karriere Twestens in der CDU aus. (Archivbild)

Es ist eine klare Ansage des niedersächsischen CDU-Spitzenkandidaten Bernd Althusmann: Auf die Frage der "Landeszeitung" aus Lüneburg nach einer möglichen Karriere von Elke Twesten in der Partei sagt Althusmann: "Das kann ich ausschließen." Die Landtagsabgeordnete Twesten war von den Grünen zur CDU gewechselt, wodurch Rot-Grün im Landtag seine Ein-Stimmen-Mehrheit verlor. Sie selbst sagte am Donnerstag, eine Parteikarriere sei "gar nicht meine Absicht". Sie wolle sich vielmehr kommunalpolitisch engagieren und in der Kreistagsfraktion der CDU in ihrer Heimatregion Rotenburg/Wümme arbeiten. "Ich muss erst meinen Platz in der CDU finden, das hat nichts mit Karriere zu tun."

"Kandidaten alle aufgestellt"

Vor ihrem aufsehenerregenden Parteiwechsel, der nun zur vorgezogenen Landtagswahl am 15. Oktober führt, war Elke Twesten praktisch unbekannt. Sie selbst hatte nach ihrem Wechsel gesagt, sie könne sich eine Kandidatur für den Bundestag oder das EU-Parlament vorstellen. Das Ansinnen weist Althusmann zurück. "Die Kandidaten auf der Landtags- wie auf der Bundestagsliste sind alle aufgestellt", erklärt Althusmann im Interview weiter. "Frau Twesten ist im Elbe-Weser-Bereich beheimatet. Dort gibt es einen bekannten Europaabgeordneten mit dem Namen David McAllister. Und ich habe nicht gehört, dass er aufhören will."

"Europa für Twesten keine realistische Option"

Neben Althusmann hält auch der CDU-Europaabgeordnete Burkhard Balz eine EU-Kandidatur für unwahrscheinlich: "Es steht ihr frei, für alles zu kandidieren, Europa ist für sie aber keine realistische Option." Nicht jeder in der CDU sei übrigens begeistert vom neuen Mitglied gewesen, so Balz: "In der Partei selber hat es nicht nur Jubel gegeben. Da gab es auch durchaus Skepsis." Das liege vor allem daran, dass Twesten mehr als vier Jahre der rot-grünen Regierungskoalition angehört habe. "Aber in der CDU ist es so, dass die Mitglieder vor Ort über Mitgliedsanträge entscheiden", sagte Balz.

"Aufgabe hätte sehr gut gepasst"

Twesten hatte sich vor ihrem Wechsel auch außerhalb der Politik um ihre berufliche Zukunft bemüht. So hatte sie sich um den Posten der Landesfrauenbeauftragten in Bremen beworben. Allerdings wurde ihr eine andere Bewerberin vorgezogen. "Die Aufgabe hätte sehr gut zu mir gepasst", sagte Twesten. Ob dieser Job den Wechsel zur CDU verhindert hätte, wollte die Politikerin nicht beantworten. "Das ist rein spekulativ." Es sei klar gewesen, dass sie sich um ihre berufliche Zukunft Gedanken machen müsse, so Twesten. Ihre Ex-Partei hatte ihr eine Aufstellung zur Landesliste verweigert und eine andere Kandidatin nominiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 17.08.2017 | 15:30 Uhr