Stand: 18.11.2015 14:37 Uhr

Wird der Suedlink jetzt unter die Erde gebracht?

Alles oder nichts: Netzbetreiber Tennet und zahlreiche Kommunen von Niedersachsen bis Bayern wollen, dass der Suedlink komplett unter der Erde verlegt wird. (Screenshot)

Aus Gegnern werden Verbündete und die haben ein gemeinsames Ziel: Die Stromtrasse Suedlink soll unter die Erde - komplett. Nachdem der erste Versuch für Suedlink unter anderem am Widerstand von 22 Landkreisen von Niedersachsen bis Bayern gescheitert war, hat die Bundesregierung im Oktober entschieden, dass ein Teil der Suedlink-Trasse unterirdisch verlegt werden soll. Netzbetreiber Tennet plante neu und will jetzt die ganze Strecke unter der Erde bauen.

Zustimmung von den Landkreisen

Das stößt auf Zustimmung, vor allem bei den ehemaligen Gegnern. Tjark Bartels, Hameln-Pyrmonts Landrat und Sprecher der 22 Landkreise, sagte, ein durchgehendes Erdkabel sei etwa ein Drittel kürzer als eine Freileitung. Damit seien die Kosten auch nicht so hoch, wie befürchtet. Bartels erwartet zudem eine Beschleunigung, weil das Verfahren in Zukunft mit "mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung" ablaufen solle. Tennet habe zugesichert, die Landkreise regelmäßig über die einzelnen Planungsschritte zu informieren.

Die technisch einfachere Lösung?

Auch Christian Schneller, bei Tennet für den Netzausbau zuständig, spricht sich für die unterirdische Lösung aus. Das sei technisch einfacher zu realisieren. Ein zusätzlicher Vorteil des Erdkabels sei, dass die Stromtrasse weitgehend gradlinig verlaufen könne. Bei oberirdischen Stromleitungen dagegen müssen verschiedene Alternativrouten untersucht werden - ein aufwendiges Verfahren. Darauf könne man verzichten und damit die Planung erleichtern, so Schneller.

Weitere Informationen

"Suedlink"-Kritiker begrüßen Erdverkabelung

Die Regierung will beim Ausbau der Stromnetze vorrangig auf Erdverkabelung setzen. Kritiker der geplanten "Suedlink"-Stromtrasse haben die Einigung begrüßt. mehr