Stand: 11.02.2016 16:19 Uhr

Wer hat den Celler Lehrer erschlagen?

Nach dem gewaltsamen Tod eines 55-jährigen Lehrers in Celle wartet die Polizei weiter auf den entscheidenden Hinweis. Zwar seien bereits Zeugen vernommen worden, doch eine Spur zum möglichen Täter gebe es noch nicht, so Polizeisprecher Guido Koch am Donnerstag auf Anfrage von NDR.de. Es werde in alle Richtungen ermittelt. "Hinweise auf ein mögliches Motiv gibt es ebenfalls noch nicht." Am Mittwoch hatte die Obduktion der Leiche ergeben, dass der Mann durch massive stumpfe Gewalt gegen den Kopf gestorben ist. Laut Polizei wurde der Lehrer wahrscheinlich mit einem Gegenstand erschlagen.

Ermittler sichern Spuren

Ersten Ermittlungen zufolge geschah die Tat im Haus des Mannes im Celler Ortsteil Klein Hehlen. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung mit. Unmittelbar nach Tat begannen die Ermittler mit der Spurensuche, auch in der Umgebung des Hauses. Abgeschlossen sei diese noch nicht.

Toter war Lehrer und ehrenamtlicher Dolmetscher

Das Opfer war Deutscher iranischer Abstammung und arbeitete nach Angaben der Landesschulbehörde als Lehrer an einer Oberschule in Celle sowie seit Kurzem auch an der IGS Burgstraße. Außerdem engagierte sich der 55-Jährige als Dolmetscher in einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Scheuen. Zeitweise soll er auch Flüchtlinge bei sich zu Hause aufgenommen haben. Bisher gebe es keinen Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat, hieß es bei der Polizei.

Lehrerkollege entdeckt Leiche

Ein Kollege hatte den Leichnam in dem Klein Hehlener Einfamilienhaus entdeckt. Nachdem der Lehrer am Morgen nicht zur Arbeit gekommen und auch telefonisch nicht zu erreichen war, suchte ihn der Kollege zu Hause auf. Mit einem Ersatzschlüssel, der bei Nachbarn hinterlegt war, sei er in das Haus gelangt und habe den leblosen Körper gefunden. Nach Angaben der Polizei war der Mann alleine in dem Haus gemeldet.

Trauerbekundungen im Internet

Schüler und Eltern haben Beileidsbekundungen für den Lehrer bei Facebook hinterlassen. Der 55-Jährige galt als sehr beliebt. "Bestürzt und entsetzt" über den Tod des Mannes äußerte sich auch ein Sprecher der Malteser, die die Flüchtlingsunterkunft in Scheuen betreiben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 11.02.2016 | 09:30 Uhr