Stand: 20.04.2017 14:45 Uhr

Waffen, Drogen, Plagiate: Zoll zieht Bilanz

1,8 Tonnen gefälschte Turnschuhe, Taschen und Accessoires auf einen Schlag, Tausende Parfümflakons und noch viel mehr: Auch 2016 hat das Hauptzollamt Hannover erfolgreich Jagd auf Plagiate gemacht. Außerdem fanden die Beamten kiloweise Drogen - vor allem bei Kontrollen auf den viel befahrenen Autobahnen 2 und 7. "Die Mengen steigen", sagte der Sprecher des Hauptzollamtes Hannover, Hans-Werner Vischer. Am Donnerstag stellte er die Jahresbilanz für das Amtsgebiet, das vom Landkreis Gifhorn im Süden bis zum Landkreis Harburg im Norden reicht, vor.

"Keano" findet 33 Kilogramm Amphetamine

Die Kontrolleinheit Verkehrswege seiner Behörde stellte im vergangenen Jahr mehr als 50 Kilogramm Rauschgift in 60 Einzelfällen sicher. Allein Spürhund "Keano" fand 33 Kilogramm Amphetamine, die sich hinter dem Rücksitz eines Autos befanden. Außerdem beschlagnahmten die Zöllner 320.000 Zigaretten, 40 Waffen und 225 Feuerwerkskörper. Rund 4.400 Fahrzeuge waren kontrolliert worden. Insgesamt nahm das Zollamt im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro ein - der Großteil davon Steuern, zum Beispiel Kfz-Steuer.

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Zoll zieht Bilanz: Krokodilblut und Bärenschädel

Das Hauptzollamt Hannover hat die spektakulärsten Funde des vergangenen Jahres präsentiert. Die gefälschten und geschmuggelten Waren boten den Fahndern so manche Überraschung. Bildergalerie

Plagiate stammen oft aus Asien

Besonders erfolgreich bei der Fahndung nach Plagiaten war das Zollamt am Flughafen Hannover. Allein die 1,8 Tonnen gefälschter Markenwaren waren 730.000 Euro Wert. Sie stammten, wie die meisten Plagiate, aus Asien. Im November fingen die Zöllner zudem 22.100 Parfüm- und Kosmetikfälschungen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ab. Wert: 1,46 Millionen Euro. Beide Lieferungen waren für die Ukraine bestimmt. Insgesamt nahm der Zoll am Flughafen 143 Millionen Euro ein - deutlich mehr als 2015 (129 Millionen Euro).

17,1 Millionen Euro Schaden durch Schwarzarbeit

Auch der Kampf gegen die Schwarzarbeit beschäftigte die Zöllner. So überprüften sie 700 Arbeitgeber. Rund 3.000 Straf- und 1.850 Bußgeldverfahren wurden 2016 abgeschlossen, 3.350 wurden neu eingeleitet. Gerichte verhängten 650.000 Euro Geldstrafen. Zusätzlich nahm der Zoll rund 800.000 Euro an Bußgeld ein. Den Schaden durch Schwarzarbeit schätzt die Behörde auf 17,1 Millionen Euro.

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Hallo Niedersachsen | 20.04.2017 | 19:30 Uhr

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