Stand: 15.02.2016 10:21 Uhr

Tödlicher Absturz: War Rettungsfallschirm defekt?

"Warum der Rettungsfallschirm nicht ausgelöst hat, ist noch unklar", sagte Germout Freitag von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig am Montagmorgen gegenüber NDR.de. Tatsache sei, dass das Ultraleichtflugzeug, mit dem am Sonnabend bei Söhlde im Landkreis Hildesheim zwei Männer tödlich verunglückten, über so ein Rettungssystem verfüge. Das sei Standard bei einer Maschine des Typs FK 14 Polaris. "Noch wissen wir nicht, ob die Piloten den Notauslöser nicht betätigt haben oder ob das System möglicherweise defekt war", so Freitag. Die BFU sammelt zurzeit sämtliche Daten rund um den Unfall, um die Ursache zu ermitteln. "Mensch, Maschine, Umwelt" - diese drei Faktoren werden laut Freitag genau untersucht. Ein Beauftragter des BFU habe am Unfallort Fotos gemacht, außerdem würden Obduktionsergebnisse, Wartungsprotokolle des Flugzeugs sowie Wettergutachten wichtige Hinweise geben. "Bis die Untersuchung abgeschlossen ist, kann es bis zu einem Jahr dauern", sagte Freitag.

Maschine war völlig zertrümmert

Bei den Opfern des Unglücks handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 57-Jährigen aus Langenhagen (Region Hannover) und um einen 52-jährigen Mann aus Groß Himstedt, einem Ortsteil von Söhlde. Die Männer seien beide im Besitz einer Flugerlaubnis gewesen. Sie seien in Hildesheim gestartet und dann 200 Meter südlich von Groß Himstedt in der Nähe eines Sportplatzes abgestürzt. Zeugen aus dem Ort hatten den Absturz gesehen und die Feuerwehr benachrichtigt, die Einsatzkräfte fanden daraufhin eine völlig zertrümmerte Maschine. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der beiden Insassen feststellen. Einem Zeugen zufolge soll das Flugzeug vor dem Absturz auf eine merkwürdige Art und Weise geflogen sein.

Mehrere tödliche Abstürze in Niedersachsen

In der Vergangenheit ist es mehrfach zu tödlichen Unfällen mit Kleinflugzeugen gekommen. Ende September starben drei Männer bei einem Zusammenstoß von zwei Sportflugzeugen in der Nähe von Cuxhaven. Im Juni kamen zwei Menschen ums Leben, als ihre einmotorige Propellermaschine bei Holzminden in ein Waldstück stürzte.

Söhlde: Experten ermitteln Absturzursache

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.02.2016 | 10:00 Uhr