Stand: 17.12.2015 09:55 Uhr

Studenten entwerfen Unterkünfte für Flüchtlinge

Im ganzen Land wird derzeit händeringend nach bezahlbaren Unterkünften für Flüchtlinge gesucht. Wie diese aussehen könnten, haben am Mittwoch Architektur-Studierende aus Hannover gezeigt. Beim Kunstverein Kestnergesellschaft präsentierten sie die Entwürfe ihres Projekts "Architektur für Flüchtlinge und Studenten meets Kestnergesellschaft und Freie Kunst". In den Unterkünften sollen Flüchtlinge zusammen mit Studenten wohnen.

Ein Mann spricht. © NDR Fotograf: Eric Klitzke

"Eine würdige Architektur des Ankommens"

Studenten der Universität Hannover haben Flüchtlingsunterkünfte entworfen. Professor Jörg Friedrich sieht in einem Großteil der Arbeiten deutliche Verbesserungen zum Container-Modell.

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Alternativen zu kurzfristigen, unsozialen Lösungen

"Die Aufnahme neuer Bewohner und deren produktive Teilhabe am städtischen Raum ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Gesellschaft, um ein funktionierendes und lebendiges Stadtgefüge sicher zu stellen", teilte die Hochschule mit. Die Aufgabe für die Studierenden: "Es sollen Alternativen zu kurzfristigen, unsozialen 'Lösungunsansätzen' in städtischen Randlagen entwickelt und umgesetzt werden."

Prototypen entstehen auf Uni-Gelände

Die zehn besten Arbeiten, die von einer Jury ausgewählt wurden, sollen in den nächsten zwei Monaten bis zur Baureife weiterentwickelt werden. Vier dieser Projekte beschäftigen sich mit der gemischten Nutzung aus Flüchtlingswohnen und studentischen Arbeitsräumen an der Architekturfakultät, drei Projekte mit einem Vorschlag für eine Hinterhofbebauung im Stadtteil Linden und drei weitere Projekte mit dem Thema der Parkhausaufstockung

Anschließend werden die Arbeiten übergangsweise als Prototypen auf dem Gelände der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover aufgebaut und bewohnt. Es ist geplant, dass im Erdgeschoss der Bauten Studierende in Ateliers arbeiten, im Obergeschoss sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Vorgesehen sind auch Gemeinschaftsräume, die zur Integration beitragen sollen.

Mit Mut Hindernisse überwinden

"Es ist höchste Zeit, dass wir für unsere Flüchtlinge einen menschenwürdigen Wohnraum inmitten unserer Gesellschaft schaffen, der Privatsphäre und Gemütlichkeit bietet", sagte Jury-Mitglied Markus Gildner. Nur so sei Integration möglich. Scheinbar große Hindernisse wie Bezahlbarkeit sowie technische und ästhetische Standards seien überwindbar. Es brauche nur echten Willen, mutige Investoren, willige Behördenleiter und ehrgeizige Politiker, so Gildner.