Stand: 23.03.2016 21:18 Uhr

Schlechte Aussichten für Frederikes Vater vor Gericht

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Schlechte Aussichten: Der Vater der ermordeten Frederike im Gerichtssaal des OLG in Celle.

Es geht um 7.000 Euro und doch um viel mehr: Am Oberlandesgericht (OLG) Celle läuft derzeit ein Schmerzensgeldverfahren. Der Vater der im Jahr 1981 ermordeten Frederike aus Hambühren (Landkreis Celle) hat ein Berufungsverfahren angestrengt, nachdem zuvor ein Mordprozess in dem Fall mit einem Freispruch für den Angeklagten geendet war. Doch das OLG ließ am Mittwoch schon durchblicken, dass die Aussichten auf ein positives Ende für den Kläger eher gering sind. "Der Vorsitzende hat aber deutlich gemacht, dass das Gericht Zweifel an unserer Klage hat", sagte der Anwalt des Vaters.

Schlechte Aussichten durch absolute Verjährungsfrist

Der Vorsitzende Richter begründete seine Zweifel mit der sogenannten absoluten Verjährungsfrist. Die besagt, dass in einem Zivilverfahren der Anspruch auf Schmerzensgeld nach 30 Jahren verjährt - egal wie grausam ein Fall gewesen ist. Eine offizielle Entscheidung hat das Gericht am Mittwoch noch nicht verkündet. Sie wird voraussichtlich Mitte April fallen. Der Richter betonte mehrfach, dass in dieser Verhandlung nicht die Vergewaltigung und der Mord an dem damals 17-jährigen Mädchen gesühnt würden. Gegenstand der Klage seien einzig die über das normale Maß hinaus gehenden Beeinträchtigungen, die der Vater durch die Mitteilung des Mordes erlitten haben könnte.

BGH kassiert das Urteil

Der Vater verlangt 7.000 Euro wegen erlittener körperlicher und seelischer Beeinträchtigungen. Seine Tochter war vor fast 35 Jahren vergewaltigt und ermordet worden. Damals wurde ein 57-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt, doch der Bundesgerichthof (BGH) kassierte das Urteil aus Mangel an Beweisen. Fast genau 30 Jahre später tauchten durch bessere technische Möglichkeiten neue DNA-Spuren in dem Fall auf, die den Freigesprochenen hätten schwer belasten können. Doch: Strafrechtlich kann er nach der Entscheidung des BGH nun nicht mehr belangt werden.

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