Stand: 02.02.2011 07:16 Uhr

Polizei geht gegen Bückeburger Extremisten vor

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In Bückeburg hat extremistische Gewalt in den vergangenen Monaten zugenommen. (Archivbild)

In Bückeburg (Landkreis Schaumburg) reagieren die Behörden auf die zunehmende Gewalt zwischen linken und rechten Gruppen. Die örtliche Polizei und der Staatsschutz haben jetzt die Antifa-Gruppe und ihre rechten Gegner ins Visier genommen. "Wir müssen die Spirale der Gewalt stoppen", sagt Bückeburgs Kommissariatsleiter Werner Steding. Linke und Rechte würden sich mit ihren Aktionen gegenseitig hochschaukeln. Die Antifa sprüht Parolen wie "Nazis jagen", die Neo-Nazis verprügeln daraufhin einen Linken. Die wiederum ziehen dann schwarz vermummt durch die Stadt und verteilen Aufkleber.

Extremisten holen Verstärkung aus anderen Regionen

Besonders problematisch ist, dass es sich nicht nur um einheimische Aktivisten handelt. Die Antifa holt sich Verstärkung aus Ostwestfalen-Lippe, die Rechtsextremen bekommen Hilfe aus der Region Hannover. "In Bückeburg selbst sind es eher Jugendliche ohne Organisationsstruktur", sagt Uwe Baum, Leiter der zuständigen Staatsschutzabteilung aus Nienburg. Hier scheine es um die Vorherrschaft auf der Straße zu gehen - und diese wollen die Behörden nicht den Rechts- oder Linksextremen überlassen.

Stadt denkt über Streetworker nach

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Mit mehr Präsenz und Aufklärung will die Polizei gegen rechte und linke Extremisten vorgehen.

Polizei und Staatsschutz wollen deshalb jetzt verstärkt Präsenz zeigen. Vor zwei Wochen gab es bereits einen ersten Erfolg: Eine Gruppe von 40 Neo-Nazis trat gar nicht erst in Aktion, weil die Beamten sie kontrollierten. Die Polizei will außerdem in Schulen mehr Aufklärung leisten. Auch die Stadt Bückeburg will nun tätig werden. Bürgermeister Reiner Brombach (SPD) verspricht, das Problem im nächsten Ausschuss zu behandeln. Er kann sich vorstellen, einen Streetworker einzustellen, der auf die Jugendlichen zugeht.

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