Stand: 03.12.2015 09:35 Uhr

Pistorius warnt vor Panik wegen Terrorgefahr

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Innenminister Boris Pistorius (SPD) berät mit seinen Länder-Amtskollegen auf der Herbstkonferenz über die Sicherheitslage angesichts der aktuellen Terrorgefahr.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat trotz der potenziell hohen Gefahr von Terroranschlägen vor "überzogener Panik" gewarnt. "Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass wir möglichem Terror hier in Deutschland nicht schutzlos ausgeliefert sind, sondern dass wir viele Experten haben, die rund um die Uhr damit beschäftigt sind, uns so gut wie möglich zu schützen", sagte der Minister am Donnerstag. Die Innenminister der Länder kommen heute zu ihrer Herbstkonferenz im rheinland-pfälzischen Koblenz zusammen.

Pistorius: "Angst darf nicht zum Begleiter werden"

Pistorius äußerte Verständnis für die Sorgen, die die Menschen angesichts der Terroranschläge von Paris und des wegen Terrorgefahr abgesagten Fußball-Länderspiels in Hannover haben. "Angst darf aber nicht zu unserem täglichen Begleiter werden, damit hätten die Feinde der Freiheit genau das erreicht, was sie wollen", so der Minister. Die deutschen Behörden hätten - auch wegen des Austauschs mit anderen Staaten - sehr gut justierte und seit Jahrzehnten zuverlässig arbeitende Systeme, um Bedrohungslagen zu erkennen.

Pistorius besorgt über zunehmende Fan-Gewalt

Neben dem Terrorismusthema wollen die Landesinnenminister auf ihrer Konferenz über die Organisation der Flüchtlingshilfe ebenso beraten wie über die jüngsten Ausschreitungen am Rande von Fußballspielen. Boris Pistorius betrachtet die jüngsten Entwicklungen unter anderem bei der Fan-Gewalt mit Sorge: "Die Hemmschwellen im zwischenmenschlichen Umgang sinken inzwischen auch im Alltag, der Hass nimmt zu."

Kritik an AfD und Pegida

Kritik übte Niedersachsens Innenminister auch an der Alternative für Deutschland (AfD) und der Pegida-Bewegung. "Mich besorgt, dass die Saat von AfD und Pegida zunehmend auch abseits der politischen Diskussion aufgeht", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Das führe zu einer fatalen Veränderung des gesellschaftlichen Klimas.

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