Stand: 04.08.2015 18:41 Uhr

Osterode: Innenminister lobt Schweiger-Engagement

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Til Schweiger engagiert sich für Flüchtlinge - und will das auch in Osterode tun. (Archiv)

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hat die Pläne von Schauspieler Til Schweiger begrüßt, sich in Osterode für eine neue Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge einzusetzen. Er wolle sich in Kürze mit dem Schauspieler und dessen Freund, dem Eigentümer der ehemaligen Kaserne, treffen. Dabei will Pistorius dann klären, wie ein Engagement des Schauspielers in Osterode aussehen könnte. Schweigers Äußerungen seien großartig, sagte der SPD-Politiker. Es sei eine Bestätigung für die vielen Menschen in Deutschland, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Pistorius hofft, dass weitere Prominente folgen und sich mit Zeit, Geld oder anderer Unterstützung einbringen.

Innenminister Boris Pistorius schaut in die Kamera. © NDR

"Finde es beispielhaft, wenn Prominente helfen"

Niedersachsens Inneminister Pistorius (SPD) hat mit Til Schweiger gesprochen und ist begeistert von dessen Engagement für Flüchtlinge. Er hofft, dass Schweiger Vorbild für andere wird.

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Betreiber muss Erfahrung haben

Das Land verhandelt zurzeit mit Schweigers Bekannten - Wolfgang Koch, dem Geschäftsführer der Firma Princess of Finkenwerder - über den Aufbau einer Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge. Spätestens im Herbst sollen die Verträge fertig sein, heißt es. Wie und ob Schweiger dann mitmischt, müsse sich zeigen, so der Minister. Als Betreiber einer Flüchtlingsunterkunft komme nur jemand in Frage, der Erfahrung mitbringe - zum Beispiel Wohlfahrtsverbände. "Til Schweiger als Schauspieler hat sicher keine Erfahrung und seine Partner auch nicht", erklärte Pistorius.

Hohe Maßstäbe für die Zusammenarbeit

Aber Til Schweiger wäre nicht Til Schweiger, wenn er nur eine Unterkunft für Flüchtlinge planen würde: Er will auch Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage und eine Näherei. Der Geschäftsführer der Stader Fima Princess of Finkenwerder, Wolfgang Koch, ist sich sicher, dass es kurzfristig zu einer Vertragsunterschrift zwischen seiner Firma und dem Land kommen wird. Noch am Wochenende war das Ministerium zurückhaltend: Auf einen Zeitrahmen wollte man sich nicht festlegen. "Wer der beste Betreiber ist, ist Gegenstand der Gespräche", sagte Ministeriumssprecher Philipp Wedelich. Das Land Niedersachsen lege sehr hohe Maßstäbe daran, mit wem es zusammenarbeite. Es müsse zunächst unter anderem Zuverlässigkeitsprüfungen geben.

Osterode hat keine Probleme mehr mit dem Eigentümer

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Bis 2004 waren Panzergrenadiere in der Osteroder Kaserne stationiert

Eine Bürgerinitiative in Osterode hatte vor Monaten erhebliche Bedenken geäußert: Die Princess of Finkenwerder sei keine Non-Profit-Organisation, sondern ein gewinnorientierter Betreiber. Diese Bedenken seien inzwischen ausgeräumt, sagte Osterodes Bürgermeister Klaus Becker (parteilos) am Sonntag zu NDR 1 Niedersachsen. Dass ein Eigentümer mit einer Liegenschaft auch Geld verdienen will, sei nachvollziehbar.

Lob für Schweiger

"Es ist positiv, dass eine prominente Person einsteigt, die ganz klar erklärt, dass es ihr darum geht, etwas Gutes zu tun für die Flüchtlinge", sagte Becker mit Blick auf Schweigers Engagement. Wenn es funktionieren sollte, sei das gut für alle: für die Flüchtlinge in Deutschland und für die Stadt Osterode.

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