Stand: 30.05.2017 14:28 Uhr

Nord/LB will jede fünfte Stelle streichen

Die Nord/LB, die größte Landesbank in Norddeutschland mit Sitz in Hannover, will bis zu 1.250 von rund 6.000 Stellen streichen - also fast jede fünfte Stelle im Konzern. Bis Ende des Jahres 2020 sollen 150 bis 200 Millionen Euro eingespart werden, um die Bank nachhaltig profitabel zu machen. Das teilte die Nord/LB am Dienstag mit. Im Rahmen des Umbauprogramms stünden alle Sparten einschließlich Tochter-Gesellschaften und Beteiligungen auf dem Prüfstand. Auch Verkäufe würden erwogen - etwa der Nord/LB-Immobilientochter Deutsche Hypothekenbank, bei der 400 Mitarbeiter angestellt sind. Um Genaueres zu sagen, sei es aber zu früh, erklärte ein Sprecher.

Abbau im April angekündigt

Bereits im April hatte Nord/LB-Chef Thomas Bürkle einen Stellenabbau angekündigt. Damals hieß es allerdings noch: "Das wird keine ganz kleine Zahl sein." Klar machte er aber auch, dass nicht nur allein bei der im Sommer 2016 übernommenen Bremer Landesbank (BLB) Stellen gestrichen werden sollen. Entlassungen sollten vermieden, könnten aber nicht ausgeschlossen werden. Am Dienstag machte der Konzern keine Angaben dazu, wie genau die Jobs abgebaut werden sollen.

Schiffskredite belasten Landesbank

Wegen schwieriger Schiffskredite hatte die Nord/LB im vergangenen Jahr knapp zwei Milliarden Euro Verlust gemacht. Bis Ende August will die Landesbank rechtlich mit der BLB verschmelzen, die als Marke aber erhalten bleiben soll. Die Standorte in Bremen und Oldenburg bleiben erhalten. Haupteigentümer ist das Land Niedersachsen, außerdem Sachsen-Anhalt, der Sparkassenverband Niedersachsen, der Sparkassenbeteiligungsverband Sachsen-Anhalt und der Sparkassenbeteiligungszweckverband Mecklenburg-Vorpommern.

Schwarze Zahlen, keine Entwarnung

Im ersten Quartal dieses Jahres konnte die Nord/LB wieder schwarze Zahlen schreiben: Unter dem Strich verdiente die Landesbank in dem Zeitraum 214 Millionen Euro - nach einem Verlust von 93 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dies sei der erste Schritt zum Ziel, auch im Gesamtjahr einen Gewinn zu erwirtschaften, sagte Bürkle. Dennoch wolle er keine Entwarnung geben: Die Krise bei den Schiffsfinanzierungen beinhalte weiter "große Herausforderungen", auch wenn die Geschäfte gut liefen und die Risikovorsorge gesunken sei, sagte der Nord/LB-Chef.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 30.05.2017 | 14:30 Uhr