Stand: 11.09.2017 08:32 Uhr

Niedersachsen drohen mehr Extremwetter-Ereignisse

Hochwasser, Dauerregen und sogar Tornados: Während der Hurrikan "Irma" gerade die Menschen in der Karibik und in Florida in Angst und Schrecken versetzt, nimmt auch hierzulande die Häufigkeit von extremen Wetterereignissen zu. Experten gehen davon aus, dass aufgrund des Klimawandels gefährliche Großwetterlagen künftig häufiger auftreten und die Folgen gravierender sein werden. Ab heute befasst sich das vom NLWKN veranstaltete Niedersächsische Gewässerforum mit der Problematik. In Hildesheim diskutieren Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet unter dem Motto "Extrem-Ereignisse in der Wasserwirtschaft" über mögliche Gefahren und denkbare Maßnahmen zum Schutz vor Extremwetter.

Windhose.

Klimawandel: Wetterextreme nehmen zu

Hallo Niedersachsen -

Erstmals wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf Niedersachsen untersucht. Ergebnis: Wetterextreme wie im Sommer 2017 nehmen zu - mit massiven finanziellen Folgen.

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Wenzel warnt vor Veränderungen

Eröffnet wird das zweitägige Gewässerforum vom niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), der über die Herausforderungen des Klimawandels für Niedersachsen sprechen wird. "Es wird uns vieles an Veränderungen ins Haus stehen, was wir uns noch gar nicht vorstellen können", sagte Wenzel gegenüber dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Er kündigte an, dass bei allen geplanten Bauwerken und sonstigen Maßnahmen ein Klima-Beiwert mit eingeplant werden soll, um Vorsorge für die Zukunft zu treffen.

Klimawandel verursacht erhebliche Kosten

Als Beispiel nannte Wenzel die Kanalisation in den Städten und Kommunen, deren Kapazitäten möglicherweise deutlich ausgeweitet werden müssten. "Die Zahlen, die unsere Experten errechnet haben, können in diesem Bereich massive Folgen haben", so der Minister. "Alles, was in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrzehnten gebaut wurde, muss eventuell kostenträchtig umgebaut werden." Deshalb sei es wichtig, dass das Land und auch die Kommunen entsprechende finanzielle Mittel für die Hochwasservorsorgen einplanen.

Auch Trockenheit ein Problem

Wie heftig die Schäden durch Unwetter sein können, wurde erst im Juli wieder deutlich, als nach Dauerregen weite Teile Südniedersachsens überschwemmt waren. Beim Gewässerform sind in mehreren Blöcken Diskussionen über die wichtigsten Extrem-Wetterereignisse geplant. Neben Sturmfluten an den Küsten, Hochwasser an den Flussläufen sowie Starkregen stellen auch Niedrigwasserereignisse aufgrund von Trockenheit die Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen.

Starker Temperaturanstieg in der Nordsee

Deutlich bemerkbar macht sich der Klimawandel auch an der Nordsee. In den vergangenen 45 Jahren hat sie sich doppelt so schnell erwärmt wie die Ozeane. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) unter Berufung auf einen Bericht des Bundesumweltministeriums. Demnach soll die Durchschnittstemperatur der Nordsee um 1,67 Grad angestiegen sein, während es bei den Ozeanen im Mittel nur 0,74 Grad waren. Das Ministerium stützt sich dabei auf Daten des Weltklimarates und des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) bis zum Jahr 2010. Die Experten gehen davon aus, dass sich der rasante Temperaturanstieg fortsetzen wird. Verschiedene Berechnungen würden nahelegen, dass die Wassertemperatur bis zum Jahr 2100 um weitere 1,7 bis 3,2 Grad ansteigen werde, heißt es in dem Bericht.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 10.09.2017 | 19:30 Uhr

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