Nach Razzia: Moschee bald unterm Hammer?
Das Zentrum des "Salafisten-Hotspots" Hildesheim steht offenbar bald zum Verkauf. Die ehemalige Moschee des Deutschsprachigen Islamkreises in der Stadt könnte bald unter den Immobilienangeboten des Landesliegenschaftsfonds Niedersachsen (LFN) auftauchen. Das bestätigte ein Sprecher der Oberfinanzdirektion Niedersachsen NDR.de am Dienstag. Zunächst, so sagte ein Sprecher, werde sich der LFN ein Bild von der Immobilie machen. Anschließend solle geprüft werden, ob das Grundstück für Landeszwecke infrage kommt. "Sollte dem nicht so sein, ist das Objekt im Status quo zu veräußern", so der Sprecher weiter.
Gutachter soll Preis "konkretisieren"
Sollte es zum Verkauf der Immobilie kommen, wird eventuell noch zusätzlich ein Gutachter eingeschaltet, der die Preisvorstellung des LFN "konkretisieren" soll, wie es vom LFN hieß. Der Verkauf erfolge dann gegen Höchstgebot. Zuletzt war das islamische Gotteshaus nach Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" im Besitz von zwei Privatpersonen aus Hildesheim gewesen. Diese hätten dem Islamkreis ein sogenanntes dauerndes Nutzungsrecht eingeräumt. Im März hatte Innenminister Boris Pistorius (SPD) dann den Verein verboten und die Moschee schließen lassen.
Abu Walaa und Anis Amri zu Gast
Die Moschee war zuvor mehrfach in den Schlagzeilen aufgetaucht - auch bundesweit. Der radikal-islamische Prediger Abu Walaa war hier ebenso wie der spätere Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, zu Gast. Dazu sollen Dutzende Muslime in den Räumen der Moschee radikalisiert und später zum Dschihad in Krisengebiete aufgebrochen sein.