Stand: 04.05.2015 14:50 Uhr

Nach Absturz: Bundesstelle untersucht Trümmer

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs mit einem Toten in dem Waldgebiet Süntel bei Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) sind die Wrackteile in der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig (BFU) eingetroffen. Experten würden dort jetzt alle Fakten zusammentragen, um die Unfallursache zu ermitteln, sagte ein Behördensprecher am Montag. Bei dem Unglück war am Sonnabend der 67-jährige Pilot aus Schleswig-Holstein ums Leben gekommen. Er war offenbar alleine in Wahlstedt im Landkreis Segeberg gestartet.

BFU untersucht die Trümmerteile

Wie der Sprecher mitteilte, werden die Braunschweiger Unfallexperten die Einzelteile der Unglücksmaschine überprüfen. Außerdem informieren sie sich über den Gesundheitszustand des Piloten vor dem Absturz und recherchieren die Wetterbedingungen am Tag des Absturzes. Der Zwischenbericht der Behörde soll in rund vier bis sechs Wochen vorliegen. Am Sonntag hatten rund 190 Einsatzkräfte das dichte Waldgebiet im Weserbergland nach Trümmerteilen abgesucht. Die Polizisten wurden dabei vom Technischen Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr unterstützt. Der Einsatz dauerte nach Auskunft eines Polizeisprechers sechs Stunden.

Keine Hinweise auf Kollision

Kurz nach dem Absturz am Sonnabend war zunächst ein Zusammenprall zweier Flugzeuge nicht ausgeschlossen worden - doch der Verdacht erhärtete sich nicht. Ein Augenzeuge hatte angegeben, dass er ein zweites Flugzeug gesehen habe. Die Befragungen weiterer Zeugen hätten allerdings ergeben, dass das Flugzeug zunächst ohne Fremdeinwirkung ins Trudeln geraten sei, es hätte eine Explosion gegeben, dann sei eine Tragfläche abgebrochen, so die Polizei. Ein weiteres Flugzeug hätten die Befragten nicht gesehen. Auch seien keine zusätzlichen Wrackteile gefunden worden. "Offenbar hat der Zeuge den lauten Knall mit einem Zusammenprall verwechselt", sagte der Sprecher. "Eine Kollision mit einem anderen Flugzeug kann ausgeschlossen werden."

Polizei geht von tragischem Unfall aus

Die Polizei in Hameln geht auch sonst davon aus, dass sich der Unfall ohne Fremdeinwirkung ereignete. Man wolle aber zunächst den BFU-Bericht abwarten. "Wenn es bei einem tragischen Unfall bleibt, nehmen wir keine weiteren Ermittlungen auf. Dann ist die Sache für uns erledigt", so der Sprecher am Montag.

Zweiter Absturz innerhalb weniger Wochen

Erst Mitte April war eine Cessna bei Hatten (Landkreis Oldenburg) abgestürzt. Das viersitzige Sportflugzeug war kurz nach dem Start auf dem nahegelegenen Flugplatz direkt neben der Autobahn 28 aufgeschlagen. Dabei kam der 69-jährige Pilot ums Leben. Wie wenig später bekannt wurde, handelte es sich bei dem Toten um den Bürgermeister der Gemeinde Kirchseelte (Landkreis Oldenburg), Walter Raem.

Weitere Informationen

Hatten: Untersuchungen zum Flugunglück dauern an

Nach dem Flugunglück im Kreis Oldenburg haben Experten den Sportflieger beschlagnahmt. Bei dem Absturz war der Bürgermeister der Gemeinde Kirchseelte ums Leben gekommen. (13.04.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.05.2015 | 19:00 Uhr

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