Stand: 06.11.2015 14:27 Uhr

Mit "Hexenmilch" nach Hollywood?

von Thomas Hans

Die Geschichte zweier Menschen nimmt eine gemeinsame Biegung: Peter überfährt mit seinem Auto die Katze von Susanna, Schuldgefühle plagen ihn. Er hilft mit, das Tier zu begraben und zwischen Peter und Susanna entwickelt sich eine Beziehung. Plötzlich ein Schock: Susanna gibt Muttermilch. Und das obwohl sie nicht schwanger ist. Niemand hat eine Erklärung dafür. - So mysteriös beginnt der Film "Hexenmilch", das aktuelle Werk des Hildesheimer Regisseurs Martin Jehle. Das Beziehungsdrama mit Horror-Elementen hat er im Frühjahr an acht Tagen mit seiner Crew in Bockenem gedreht.

Zwei Junge Männer sitzen vor einem iMac. © NDR Fotograf: Thomas Hans

"Ein Film gestaltet sich erst im Schnitt"

Regisseur Martin Jehle berichtet von der Arbeit an seinem aktuellen Filmprojekt "Hexenmilch". NDR.de zeigt exklusives Filmmaterial aus dem Rohschnitt des Beziehungsdramas.

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Beziehungsdrama gewürzt mit Horror

Seine Zeit verbringt der Regisseur und Drehbuchautor nun oft am Schnittplatz. Den hat er sich in den Gemäuern der Domäne Marienburg eingerichtet, einem Außenstandort der Universität Hildesheim. Jehle hat früher selbst an der Uni studiert, dann gründete er gemeinsam mit ehemaligen Kommilitonen die Film-Produktionsfirma Anachrom. Heute unterrichtet Jehle auch als Dozent an der Hochschule, bei seinen Filmen arbeitet er gerne mit Studierenden zusammen.

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Filmreifes Haus am Bockenemer Buchholzmarkt

Lange Zeit hat es leer gestanden, doch nun hat ein Filmteam das Haus am Buchholzmarkt in Bockenem bezogen, um dort "Hexenmilch" von Regisseur Martin Jehle in Szene zu setzen. Bildergalerie

Schauspieler und Crew verzichten auf Gagen

Sein Film ist eine sogenannte Low-Budget-Produktion, Schauspieler und Crew verzichten auf Gagen. Trotzdem wird der gesamte Film am Ende 20.000 Euro kosten, zum Beispiel für Technik-Miete und Requisiten. Das sei ein Problem, sagen die Filmemacher. Denn Kurzfilme wie "Hexenmilch" seien nicht so publikumswirksam. Es sei schwierig, an entsprechende Filmfördermittel zu kommen, berichtet Anachrom-Chef Dominik Wiedenmann. Ein Teil der Kosten für "Hexenmilch" ist trotzdem schon gedeckt: Unternehmen und Organisationen aus der Region springen ein. So sind neben den Städten Bockenem und Hildesheim sowie der Universität auch einige regionale Stiftungen mit im Boot.

Finanzierung via Crowdfunding

Hauptdrehort für den Film war ein leerstehendes Haus in Bockenem. Der Eigentümer hatte dem Filmteam das alte Fachwerkgebäude am Buchholzmarkt für mehrere Wochen unentgeltlich überlassen. Dennoch ist die Finanzierung des Filmprojekts noch nicht endgültig gesichert. Um die noch fehlenden finanziellen Mittel wollen sich die Filmemacher kümmern, sobald sie im Schnitt erste Ergebnisse haben. Dann sei es leichter, das Interesse von möglichen Geldgebern zu wecken, sagt Wiedenmann. Geplant ist eine Crowdfunding-Kampagne. Die jungen Filmemacher wollen unter anderem mit einem speziellen "Making of" im Internet für ihr Projekt werben und hoffen, so an Geld zu kommen. Die Kampagne soll zum Jahresende beginnen.

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Regisseur und Drehbuchautor Martin Jehle hofft auf Auszeichnungen und viel Aufmerksamkeit für seinen Film "Hexenmilch".

Mit dem Film selbst wird die Produktionsfirma kein Geld einspielen können. "Der Film soll vielmehr Türöffner sein", sagt Jehle. Die Filmemacher wollen ihn bei Festivals einreichen und hoffen, dass er dort ausgezeichnet wird. Es gehe um Aufmerksamkeit - und die Möglichkeit, dadurch letztendlich auch weitere Aufträge zu bekommen, ergänzt Jehle.

Exklusiv-Preview als Dankeschön in Bockenem

Doch noch ist die Arbeit nicht beendet. Nach dem Rohschnitt folgt der Feinschnitt, dann geht es um den guten Ton und zuletzt auch um die Farben. Die Arbeiten werden insgesamt noch einige Monate dauern. Die Film-Crew, die Schauspieler und die Bockenemer sollen den fertigen Film dann zuerst sehen können - bei einer Exklusiv-Vorführung. Ein genauer Termin dafür steht allerdings noch nicht fest - nach aktuellem Stand der Planungen wird "Hexenmilch" frühestens im Februar des kommenden Jahres fertig werden.