Stand: 15.02.2016 14:26 Uhr

Letzte Blaupunkt-Mitarbeiter bekommen Kündigung

Der Elektronik-Hersteller Blaupunkt in Hildesheim entlässt seine letzten Beschäftigten. Das teilte Insolvenzverwalter Rainer Eckert am Montag während einer Betriebsversammlung mit. Der Investor übernehme lediglich die Lizenz für das Einzelhandelsgeschäft und die Lagerbestände, der Erhalt der Jobs sei in letzter Sekunde gescheitert, so Eckert. Die 33 Mitarbeiter einer am Standort verblieben Sparte erhielten deshalb "in Kürze" ihre Kündigungen. Damit wird das Zentrum eines früheren Autoradio-Imperiums abgewickelt. "Ich bedauere diese Entwicklung umso mehr, als eine Lösung zum Greifen nah war", sagte Eckert. Nach Insolvenzen im vergangenen Herbst war versucht worden, die Unternehmensreste in Teilen zu sanieren.

Der digitale Wandel im Auto

Das Unternehmen mit dem blauen Punkt war nach dem Zweiten Weltkrieg von Berlin nach Hildesheim umgezogen und hatte über sechs Jahrzehnte zur schwäbischen Bosch-Gruppe gehört. Ende 2008 wurde es dann an einen Münchener Investor verkauft. Ein Grund dafür war auch der digitale Wandel im Auto: Erstausrüster-Radios für das direkte Geschäft mit den Autoherstellern entwickelten sich immer mehr zu komplexen Systemen, die mit anderen Elektroteilen vernetzt sind. Sie haben mit dem klassischen Autoradio nur noch wenig gemeinsam.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.02.2016 | 14:00 Uhr