Stand: 15.02.2016 20:04 Uhr

Menschen in Niedersachsen fühlen sich sicher

Weniger Mord und Totschlag, leichter Anstieg der Computerkriminalität, vor allem aber mehr Einbrüche - die Kriminalstatistik für Niedersachsen zeigt, dass das vergangene Jahr relativ durchschnittlich war. Zwar gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg bei der Zahl der Wohnungseinbrüche - um 13,1 Prozent auf 16.575. Insgesamt aber stieg die Zahl der Straftaten 2015 lediglich um 2,8 Prozent (Fälle insgesamt: 568.470), sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Montag bei der Vorlage der Kriminalstatistik. Und: Die Furcht der Menschen vor Kriminalität sei erneut gesunken.

Mehr organisierte Banden

Die Zahl der aufgeklärten Straftaten stieg laut Statistik leicht auf 61,1 Prozent - im Gegensatz zu den Fällen von Wohnungseinbrüchen: Hier wurden nur 22,2 Prozent aufgeklärt, was allerdings deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dass 40 Prozent der Einbrüche im Versuchsstadium stecken bleiben, ist für Pistorius Hinweis darauf, dass sich Investitionen in Einbruchsschutz lohnen. Für den Anstieg an Einbrüchen mitverantwortlich sind organisierte Banden, auch aus dem Ausland.

Flüchtlinge unauffällig

Wie Pistorius weiter ausführte, hat der Flüchtlingszuzug nicht zu einer problematischen Zunahme von Kriminalität geführt. Da viele Flüchtlinge wegen unerlaubter Einreise oder illegalen Aufenthalts in Deutschland zwangsläufig in der Kriminalstatistik landen (18.410 Vergehen), hat es hier 2015 ein kräftiges Plus gegeben, was auch für den allgemeinen leichten Anstieg der Kriminalitätszahlen verantwortlich ist. Die große Mehrzahl der Flüchtlinge halte sich an Recht und Gesetz, betonte Pistorius, nur wenige fielen als Schwarzfahrer oder durch Ladendiebstähle auf. Dabei sei die Beute oft von geringem Wert.

Anstieg bei Computerkriminalität

Bei den Tötungsdelikten sank die Zahl der Fälle insgesamt von 427 auf 392. Bei Gewaltdelikten insgesamt gab es einen leichten Anstieg von 17.453 auf 17.568 Fälle. Auch die Kinder- und Jugendkriminalität ist weiter rückläufig und ist auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren. Hier wurden 35.369 Taten gezählt (minus 2,45 Prozent). Einen leichten Anstieg gab es wie zu erwarten bei der Computerkriminalität. Die Zahl der Fälle stieg von 34.950 auf 35.311. Dabei geht es nicht nur um Betrügereien über das Internet, sondern auch um Bedrohungen, Stalking oder Beleidigungen in sozialen Netzwerken wie Facebook. Auch bei Rauschgiftdelikten gab es einen leichten Anstieg der Fallzahlen: von 29.801 auf 30.593 Fälle.

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Hallo Niedersachsen | 15.02.2016 | 19:30 Uhr