Stand: 13.09.2017 21:50 Uhr

Lamborghini-Unfallfahrer muss Geldstrafe zahlen

Das Amtsgericht Hannover hat am Mittwoch einen 38 Jahre alten Mann wegen fahrlässiger Körperverletzung, Unfallflucht und Fahren ohne Führerschein zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Langenhagener, der Hartz 4-Empfänger ist, muss insgesamt 700 Euro in 70 Tagessätzen à 10 Euro zahlen.

Radfahrerin verletzt, Fahrer anschließend geflüchtet

Der Angeklagte hatte zugegeben, den Sportwagen im März 2016 an einer Kreuzung in der hannoverschen Innenstadt beschleunigt und dabei die Kontrolle über das Fahrzeug verloren zu haben. Der Lamborghini prallte auf drei geparkte Fahrzeuge. Zudem wurde eine Radfahrerin von dem herumschleudernden Wagen touchiert und leicht verletzt. Anschließend war der Fahrer geflüchtet. Wie das Amtsgericht auf Nachfrage von NDR.de mitteilte, hatte der Mann seinen Führerschein vor rund drei Jahren freiwillig abgegeben. Der Fahrer, der nicht der Halter des Lamborghinis war, habe die PS-Stärke des Sportwagens nicht einschätzen können, so ein Sprecher.

Gesamtschaden: 160.000 Euro

Sein als Beifahrer im Auto sitzender Bruder, ebenfalls mittellos, wurde vom Amtsgericht zu einer Strafe von 300 Euro verurteilt. Er hatte zunächst fälschlicherweise angegeben, den Sportwagen gefahren zu haben. Der Schaden, der an den geparkten Autos entstand, beläuft sich nach Angaben des Gerichts auf rund 20.000 Euro. Der Totalschaden des Lamborghinis wurde auf 140.000 Euro geschätzt.


13.09.2017 15:07 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikel bezeichneten wir die Summe, die der Unfallfahrer zahlen muss, als Bußgeld. Dies ist natürlich nicht korrekt - es handelt sich um eine Geldstrafe. Wir bitten um Entschuldigung.

 

Strafgesetzbuch: Verhängung in Tagessätzen

  • Die Geldstrafe wird in Tagessätzen verhängt. Sie beträgt mindestens fünf und, wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt, höchstens dreihundertsechzig volle Tagessätze.
  • Die Höhe eines Tagessatzes bestimmt das Gericht unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters. Dabei geht es in der Regel von dem Nettoeinkommen aus, das der Täter durchschnittlich an einem Tag hat oder haben könnte. Ein Tagessatz wird auf mindestens einen und höchstens dreißigtausend Euro festgesetzt.
  • Die Einkünfte des Täters, sein Vermögen und andere Grundlagen für die Bemessung eines Tagessatzes können geschätzt werden.
  • In der Entscheidung werden Zahl und Höhe der Tagessätze angegeben.
Quelle: StGB § 40

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.09.2017 | 09:30 Uhr

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