Stand: 12.12.2015 09:12 Uhr

Verdacht nach #GERNED: Handy-Video und Durchsuchung

Bild vergrößern
Wegen einer Terrorwarnung war das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande am 17. November abgesagt worden.

Kurz sieht es am Donnerstagvormittag so aus, als seien die Polizei und die Bundesanwaltschaft drei Wochen nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover einen entscheidenden Schritt weiter. Am Morgen wird die Wohnung eines jungen Mannes in Hannover-Misburg durchsucht. Er soll, so der Anfangsverdacht der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, mit mehreren Personen einen Anschlag auf das Spiel geplant haben. Doch der Verdacht bestätigt sich vorerst nicht. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert laut Bundesanwaltschaft zwar an. Aber: "Die Voraussetzungen für einen Haftbefehl waren zu keinem Zeitpunkt gegeben", sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft NDR.de. Damit ist noch immer nicht klar, wie konkret Planungen für einen möglichen Anschlag waren.

Verdächtiger soll im Stadion gearbeitet haben

Bereits Ende November berichtet der "Spiegel" über den 19-jährigen vorübergehend Tatverdächtigen. Im Mittelpunkt steht offenbar ein zehn Sekunden langes Video, das am Abend der Spielabsage aufgenommen wurde. "Spiegel Online" zufolge zeigt der Clip einen jungen Mann in der Ordnerweste des DFB, der im bereits geräumten Stadion mehrere Sätze spricht. Darunter sind Wortfetzen wie "pray for Rakka" (Bete für Rakka) und "al-Daula al-Islamija", die arabische Selbstbezeichnung der Terrormiliz Islamischer Staat. Urheber des Videos soll laut Spiegel Online der junge Mann sein. Das Video wurde zwei Tage nach der Spielabsage auf Instagram veröffentlicht.

Lehrerin liefert Hinweise

Nach "Spiegel"-Angaben hatte die Lehrerin des jungen Mannes die Ermittler auf seine Spur gebracht. Sie habe angegeben, dass dieser sich zunehmend radikalisiert und zudem geplant habe, nach Syrien auszureisen. Er war dem Bericht zufolge gelegentlich als Ordner im Stadion in Hannover tätig gewesen.

Kein Freundschaftsspiel: Die Bilder der Nacht

Länderspiel wegen Terrorwarnung abgesagt

Das Länderspiel gegen die Niederlande am 17. November war aufgrund "ernstzunehmender Hinweis auf einen Sprengstoffanschlag" anderthalb Stunden vor dem geplanten Anpfiff abgesagt worden. Hinweise auf eine Gefährdung hätten sich am frühen Abend verdichtet, erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Offenbar sollten Detonationen im Stadion und in der Stadt von einer Gruppe aus einer Frau und vier Männern geplant worden sein, die Tat sollte schließlich von einem Mitglied der Gruppe im Stadion gefilmt werden. Bisher hat es weder eine Festnahme gegeben noch war ein Sprengsatz im Stadion gefunden worden.

Weitere Informationen
mit Video

Länderspiel-Absage: De Maizière hält sich bedeckt

Die Behörden halten sich nach der Absage des Länderspiels in Hannover bedeckt. Bundesinnenminister de Maizière bat um Verständnis, dass er nichts Konkretes zu den Anschlagshinweisen sagen könne. mehr

Gehetzter Ingenieur vergisst "Bomben-Attrappe" im Zug

Das Rätsel um die "Bomben-Attrappe" in einem IC in Hannover ist geklärt. Ein Ingenieur hatte ein Päckchen vergessen. Andere Fragen rund um die Anschlagspläne sind noch offen. mehr