Keine Kleingeräte mehr in die O-Tonne!

Menschen mit der O-Tonne hatten es in und um Hannover bislang recht einfach: den orangefarbenen Deckel hochklappen, Elektro-Kleingerät rein, Deckel wieder zu. Die Abholung erfolgte regelmäßig quasi frei Haus. Doch das ist jetzt Geschichte. Schuld ist ein Erlass des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums zur Entsorgung und dem Transport der Altgeräte. Der hannoversche Abfallwirtschaftsbetrieb aha musste darauf reagieren. Er hat die Entsorgung von Elektro-Geräten über die O-Tonne eingestellt. Die Verbraucher sollen ab sofort zum nächstgelegenen Wertstoffhof fahren.

Achtung: Entzündungsgefahr!

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"O ... nein!" heißt es bei der O-Tonne ab sofort auch für Elektro-Kleingeräte.

Hintergrund der Änderung ist nach Angaben von aha, dass Klein-Geräte heute immer häufiger auch Batterien oder Akkus enthalten. Das Problem: Die Akkus und Batterien könnten unter bestimmten Bedingungen thermisch reagieren, also warm werden und sich möglicherweise sogar entzünden. Mit dem neuen Erlass aus dem Ministerium unterlägen die Klein-Geräte beim Transport bestimmten Gefahrgutvorschriften, so aha. Die Beförderung in sogenannter "loser Schüttung" sei nicht mehr erlaubt. Eine weitere Rolle spiele, ergänzt eine Sprecherin, dass der Abfall im Entsorgungs-Fahrzeug mit einer Presse verdichtet wird.

Trennung schwierig

Die neue Regelung gilt bei aha ab sofort für alle Elektro-Geräte, auch für die ohne verbaute Batterien oder Akkus. Oft sei nämlich unklar, was genau in einem Gerät enthalten ist, heißt es von aha. Deshalb sei die Entsorgung über die O-Tonne generell nicht mehr möglich. Bei der Abholung werden die Müllwerker jetzt nach Angaben des Abfallwirtschaftsbetriebs vor Ort immer eine kurze Sichtkontrolle durchführen. Findet sich ein Elektro-Gerät, werde die Tonne nicht geleert und mit einem Hinweis zurückgestellt. Die Verbraucher müssen ihre Geräte - egal, ob defekte elektrische Zahnbürste oder ausgedienter Tablet-PC - jetzt beim nächstgelegenen Wertstoffhof abgeben. So könnten die Vorgaben des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes eingehalten werden, erklärt aha.

Wieder alles anders ab Sommer

Die neue Regelung bedeutet für die Verbraucher vorerst mehr Aufwand, schließlich müssen sie selbst tätig werden. Der Mehraufwand könnte sich aber zur Jahresmitte schon wieder deutlich reduzieren. Ab Ende Juli wird nämlich bundesweit ein neues Gesetz verpflichtend, nach dem Elektroläden zum Beispiel eine alte Waschmaschine zurücknehmen müssen, wenn der Kunde ein neues Gerät dort kauft. Bei Kleingeräten mit einer Kantenlange von maximal 25 Zentimeter ist es sogar egal, ob ein Kunde sozusagen im Gegenzug etwas kauft oder nicht. Den ausgedienten Elektro-Rasierer und generell Klein-Geräte in haushaltsüblicher Menge darf er dann überall zurückgeben, wo Elektro-Geräte auch verkauft werden. Allerdings: Das Ganze gilt nur für größere Elektroläden mit einer Verkaufsfläche ab 400 Quadratmeter. Zur Rücknahme verpflichtet sind übrigens auch Internet-Versandhändler, die eine Lagerfläche in mindestens gleicher Größe vorhalten.