Stand: 31.03.2014 17:16 Uhr

Hundehalter wehren sich gegen Leinenzwang

Bild vergrößern
Vom 1. April bis 15. Juli müssen in Hunde in der sogenannten freien Landschaft angeleint werden.

Für alle Hunde gilt von Dienstag an bis Mitte Juli wieder dieselbe Regel: Ab an die Leine! Denn in der sogenannten Brut- und Setzzeit könnten frei laufende Hunde die Tiere stören, die im Frühjahr ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Gegen diesen Leinenzwang stemmt sich jetzt eine Initiative in Hannover. Sie sammelt Unterschriften und möchte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) dazu bewegen, das bestehende Gesetz zu ändern und die Leinenpflicht abzuschaffen.

Hundebesitzer haben die nötige Verantwortung

Die Hundebesitzer beklagen, dass "Brutus", "Fiffi" und Co. unter den Generalverdacht gestellt werden, nichts anderes im Kopf zu haben als Jungwild oder den Hasennachwuchs zu jagen oder kleine Vögel aus dem Nest zu stibitzen. Dann müssten in der Brut- und Aufzuchtzeit ebenso Elstern, Füchse oder Krähen kontrolliert werden, argumentiert Tiermediziner Ingo Nolte, einer der Köpfe der Initiative. Statistisch gesehen sei die Gefahr, die von Hunden ausgehe, für die Wildpopulation sehr gering. Außerdem verlange das Gesetz vom Besitzer ohnehin, dass der Hund nicht herumstreunen oder wildern dürfe. Hundebesitzer brächten zudem die nötige Verantwortung mit. Daher sei der Leinenzwang nicht nur unangemessen, sondern auch überflüssig, so Nolte.

Initiative sammelt Unterschriften

Bild vergrößern
Auch Ex-Staatssekretärin Cora Hermenau will den Bewegungsdrang ihres Weimaraners "Bernice vom Broicher Hof" nicht einschränken.

In Hannover haben sich neben dem Tiermediziner Nolte weitere prominente Hundeliebhaber der Initiative angeschlossen. Auch die ehemalige Staatssekretärin Cora Hermenau, die Tierärztin und ehemalige Bürgermeisterin Hilde Moennig und der Maschinenbau-Professor Heinz Haferkamp wollen erreichen, dass der Leinenzwang aufgehoben wird. Sie sammeln nun unter anderem über das Internet Unterschriften. Mehr als 1.500 seien schon eingereicht worden, hieß es.

Nur in Niedersachsen und Bremen

Bis zu 5.000 Euro müssen Hundehalter zahlen, wenn sie zwischen dem 1. April und dem 15. Juli mit ihren Hunden ohne Leine unterwegs sind und erwischt werden. Der Leinenzwang gilt für die sogenannte freie Landschaft, also für Wälder, Wiesen, Felder und Grünflächen inner- und außerorts. Neben den Natur- und Landschaftsschutzgebieten, in denen das ganze Jahr eine Anleinpflicht besteht, müssen jetzt also auch in den meisten anderen Gebieten die Hunde an der Leine geführt werden. Dies gilt in Hannover zum Beispiel auch für mehrere Hundeauslaufflächen. Zusammen mit Bremen und Sachsen-Anhalt ist Niedersachsen das einzige Bundesland mit dieser Regelung.

Waldgesetz soll auf den Prüfstand

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium entgegnet, dass ein gewisser Schutz der Tiere nur durch klare Regeln gewährleistet werden könne. Es wäre schön, wenn jeder Hundebesitzer tatsächlich darauf achten würde, dass keine Jungtiere angefallen oder Vogelnester ausgeraubt werden, sagte eine Sprecherin. Doch was gut sei, werde aber nicht immer umgesetzt. Allerdings soll das Waldgesetz auf den Prüfstand kommen. Immer wieder werde Kritik auch an Katzen laut - als der größeren Gefahr. Denkbar sei, das Gesetz künftig allgemein auf Haustiere umzuändern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.04.2017 | 08:00 Uhr