Stand: 15.06.2017 08:23 Uhr

Homann: Lies sieht Dissen im Vorteil

Die Zukunft der 1.200 Arbeitsplätze des Feinkostherstellers Homann der Werke in Bad Essen und Dissen (Landkreis Osnabrück) ist weiter ungewiss. Homann will die Produktion nach Sachsen verlagern. Aus Sicht des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums sei der Standort Dissen wirtschaftlich im Vorteil, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch NDR 1 Niedersachsen.

Lies: "Entscheidung liegt bei Müller"

Im Vergleich mit Leppersdorf in Sachsen sei Dissen signifikant besser. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Betriebsrat beauftragter Unternehmensberater. Er hatte die beiden Standorte miteinander verglichen. Der Homann-Mutterkonzern Müller habe sich dabei sehr kooperativ gezeigt und dafür alle notwendigen Unternehmensdaten geliefert, so Lies. Der Wirtschaftsminister räumt jedoch ein, dass am Ende sei die Standort-Frage eine unternehmerische Entscheidung alleine der Müller-Gruppe. Lies kündigte aber an, auf Grundlage des Gutachtens mit Nachdruck weiter für Dissen zu werben. Alle kritischen Punkte, wie beispielsweise die Frage nach notwendigen Genehmigungen oder Flächen, seien von Stadt und Landkreis ausgeräumt worden, sagte Lies nach einem Treffen mit dem Homann-Betriebsrat, an dem Politiker aller Landtagsfraktionen teilgenommen hatten.

Unternehmen verhandelt erneut mit Betriebsrat

Der Betriebsratsvorsitzende Andreas Straede sagte, er verspüre eine breite Unterstützung quer durch alle Parteien. Er hoffe, dass weitere Gespräche der Landesregierung mit Müller dem Standort helfen können. Zunächst wird sich am Freitag der Betriebsrat erneut mit der Unternehmensführung zusammen setzen. Dann soll über die Vorschläge der Arbeitnehmervertreter gesprochen werden.

Gewerkschaft ruft zu neuen Tarifverhandlungen auf

Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) fordert unterdessen das Unternehmen zu neuen Tarifverhandlungen auf. Ein entsprechender Brief sei am Montag an den Feinkosthersteller verschickt worden, nachdem die Mitarbeiter einheitlich dafür gestimmt hätten, so der Geschäftsführer der Gewerkschaft, Uwe Hildebrand. Denn der aktuelle, moderate Tarifvertrag sei unter der Annahme geschlossen worden, dass Homann in der Region Osnabrück bleibe.

Der Homann-Mutterkonzern Theo Müller beabsichtigt, die Produktion des Unternehmens in Leppersdorf in Sachsen zu konzentrieren. Die Werke in Dissen, Bad Essen, Bottrop und Floh-Seligthal in Thüringen sollen geschlossen werden. Am vergangenen Donnerstag hatten die Betriebsräte bereits über ein Alternativkonzept gesprochen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 13.06.2017 | 17:00 Uhr

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