Stand: 21.05.2015 07:18 Uhr

Hannover: Blindgänger erfolgreich entschärft

Um 2.30 Uhr kommt die Entwarnung der Feuerwehr: Die Bombe ist entschärft. "Wir sind alle erleichtert. Es ist gut über die Bühne gegangen", sagte ein Feuerwehrsprecher am frühen Mittwochmorgen. 31.000 Hannoveraner können in ihre Wohnungen zurückkehren, Supermärkte, Kioske, Schneider, Wäschereien und Restaurants wieder regulär öffnen. Nachdem am Dienstag bei Bauarbeiten in der Südstadt ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde, haben Stadt, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste eine der bundesweit größten Evakuierungsaktionen seit Kriegsende in Gang gesetzt. Mit weiteren Blindgängern in der Nähe wird nach Angaben der Feuerwehr nicht gerechnet.

Bombe bei Entdeckung bewegt

Am Dienstagvormittag hatten Bauarbeiter die amerikanische Fliegerbombe bei Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule Birkenstraße entdeckt. Der 250 Kilogramm schwere Sprengkörper mit Aufschlagzünder war dabei bewegt worden, weshalb die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes beschlossen, die Bombe so schnell wie möglich zu entschärfen. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung habe aber laut Feuerwehr nicht bestanden.

Evakuierungsradius von 1.000 Metern

Zum Schutz vor einer möglichen Explosion der Fliegerbombe wurden rund um die Fundstelle Übersee-Container aufgebaut. Die Container sollten im Fall der Fälle die Auswirkungen einer Explosionswelle abmildern. Der Evakuierungsradius um die Fundstelle betrug bis zu 1.000 Meter. Ausgenommen wurde ein am Rande des Evakuierungskreises liegendes großes Krankenhaus, das Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung an der Marienstraße.

1.400 Anwohner in Swiss-Life-Hall

In der Nähe des Fußballstadions wurde in der Mehrzweckhalle der Swiss-Life-Hall eine Sammelunterkunft eingerichtet. Dort hatten sich nach Angaben der Feuerwehr rund 1.400 Menschen versammelt. Zudem seien rund 230 Bewohner verschiedener Altenzentren in den Räumen der Elsa-Brandström-Schule untergebracht worden. Insgesamt waren mehr als 800 Helfer von Feuerwehr, Polizei, DRK und Johannitern im Einsatz, um die Evakuierung zu koordinieren und die Menschen zu betreuen.

Hannover war wichtiges Ziel der Alliierten

Während des Zweiten Weltkriegs fielen auf Hannover rund eine Million Bomben, darunter Luftminen, Brand- und Sprengbomben. Hannover galt während des Krieges als eines der wichtigsten Ziele der Alliierten. Auf einer Rangliste der amerikanischen und englischen Luftstreitkräfte rangierte Hannover als wichtiger Industrie- und Rüstungsstandort, sowie aufgrund seiner strategischen Lage und wichtiger Verkehrsknotenpunkt als fünftwichtigstes Angriffsziel.

 

Wie die Nacht der Evakuierung verlaufen ist, können Sie hier noch einmal im Liveticker von NiedersachsenJETZT nachlesen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.05.2015 | 06:00 Uhr