Stand: 25.03.2016 13:43 Uhr

Erster Sicherheitscheck für Obama in Hannover

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US-Präsident Barack Obama wird mit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hannover Messe besuchen. (Archivbild)

Es ist der wohl höchste Besuch, den Hannover je hatte: Der Präsident der USA, Barack Obama, wird in rund vier Wochen zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Hannover Messe eröffnen. Es ist ein Besuch, für den höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Ein Voraustrupp der Sicherheitsbehörden hat sich bereits das Kongresszentrum und das Messegelände angeschaut. Alle Entscheidungen werden nun zwischen Berlin und Washington abgestimmt und getroffen. "Der Besuch von Präsident Obama bedeutet für die Polizeidirektion Hannover einen Einsatz mit herausragend hohen Sicherheitsvorkehrungen", sagte ein Polizeisprecher. Die Organisatoren der weltgrößten Industrieschau gehen davon aus, dass es in diesem Jahr "gewisse Beschränkungen" für die Besucher geben wird.

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Für die Air Force One ruht der Flughafenbetrieb

Während des Messerundgangs, den Merkel traditionell mit dem Staatsoberhaupt des Messe-Partnerlandes macht, könnten die jeweiligen Hallen vorübergehend für die Besucher gesperrt werden, so die Veranstalter. Auch am Flughafen Hannover wird es angesichts des Besuchs aus dem Weißen Haus vorübergehende Einschränkungen geben. So wird der normale Flugverkehr nach Angaben des Flughafenchefs Raoul Hille kurzzeitig ruhen, wenn die Air Force One ankommt. Abgesehen davon bleibe der Flughafen aber uneingeschränkt für den Messeverkehr und andere Verkehrsflieger anfliegbar, sagte Hille. Die Maschine des Präsidenten könnte nach der Landung auf einer der drei Parallelbahnen des Flughafens geparkt werden.

Zehntausende TTIP-Gegner kommen nach Hannover

Für Obama ist der Besuch in Hannover politisch nicht unbedeutend. Am Rande der Industrieschau will der US-Präsident die Verhandlungen über das umstrittene transatlantische Freihandelsabkommen TTIP voranbringen. Nach Angaben des US-Botschafters John B. Emerson will Obama "die Verhandlungen über das Abkommen zu Ende bringen, solange er noch im Amt ist". Das Freihandelsabkommen wird hierzulande von einem Großteil der Bevölkerung kritisch gesehen. Verbraucher- und Umweltschützer wie auch mittelständische und regionale Hersteller fürchten, dass durch die Freihandelszone zwischen der EU und den USA europäische Standards abgesenkt werden.

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Barack Obama besucht die Hannover Messe

Als erster amtierender US-Präsident besucht Barack Obama Ende April die Hannover Messe. Er will auf der Industrieschau für das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP werben. (31.12.2015) mehr

Attac erwartet 30.000 Demonstranten in Hannover

Während des Besuchs von Obama wird Hannover deshalb auch zur Protest-Hauptstadt. Zehntausende TTIP-Gegner haben sich zu Demonstrationen und Kundgebungen angekündigt. Sechs Versammlungen wurden bisher angemeldet. Die größte Demonstration will das globalisierungskritische Netzwerk Attac am 23. April auf die Beine stellen. Gemeinsam mit Attac protestiert ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbänden - bis zu 30.000 Teilnehmer werden erwartet. Die zweite Großdemo ist ebenfalls am 23. April unter dem Motto "Yes WE can - STOPP TTIP" geplant. Laut Polizei sind hier bislang 5.000 Teilnehmer angemeldet. Die vier anderen Veranstaltungen sind deutlich kleiner.

VW am Rande auch Thema?

Neben dem Freihandelsabkommen könnte es bei Obamas Besuch in Hannover auch um den Wolfsburger Autobauer Volkswagen gehen. Inoffiziell haben Politiker bereits angedeutet, dass es am Rande des Messebesuchs zu einem Treffen der wichtigsten Protagonisten kommen könnte. VW konnte sich bislang nicht mit den amerikanischen Umweltbehörden auf einen Plan für die Umrüstung der insgesamt 580.000 Diesel-Fahrzeuge mit manipulierten Emmssionswerten einigen. Zuletzt erhielt der Konzern einen Aufschub für die Vorlage neuer Pläne.