Stand: 16.01.2015 21:52 Uhr

Edathy nennt weitere Mitwisser aus der SPD

Bild vergrößern
Edathy in der Offensive: Im Untersuchungsausschuss hat er weitere Parteikollegen belastet.

Die Politaffäre um den wegen Kinderporno-Besitzes angeklagten früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy zieht immer größere Kreise bei den Sozialdemokraten. Im nicht öffentlichen Teil des Untersuchungsausschusses in Berlin hat Edathy am Donnerstag weitere Genossen belastet. Demnach hat auch der Hamburger Abgeordnete Johannes Kahrs schon im Spätherbst 2013 von den Ermittlungen gewusst. Ebenso sollen die frühere niedersächsische Landtagsabgeordnete Barbara Tewes-Heiseke und der ehemalige SPD-Bundestagskandidat Jens Jenssen informiert gewesen sein. Als weitere Mitwisser benannte Edathy seine damaligen Büroleiter Maik Schuparis und Dennis Nocht. Alle sollen demnächst als Zeugen im Ausschuss des Bundestags befragt werden.

Zeugen könnten Edathys Version stützen

Edathy erklärte zudem, dass er unter anderem seinem Büroleiter und dessen Vorgänger von den Ermittlungen berichtet habe. Und dass sein Informant der SPD-Parlamentarier Michael Hartmann sei und der sein Wissen vom damaligen Präsidenten des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, habe. Sollten die beiden Edathys Aussage bestätigen, würde das der Version von Hartmann und Ziercke widersprechen, dass Edathy sich diesen Ablauf ausgedacht habe, um der SPD eins auszuwischen. Deutschlands ehemaliger oberster Polizeibeamter wurde ebenfalls am Donnerstag im Untersuchungsausschuss befragt und hatte die Vorwürfe des Geheimnisverrats als "absurd" abgetan. Edathy, so Ziercke, sei schlichtweg zu unsympathisch, als dass er für ihn seine Karriere aufs Spiel gesetzt hätte.