Stand: 25.04.2017 14:03 Uhr

Conti setzt auf Elektroantriebe

Die Abkehr von Verbrennungsmotoren wird auch bei Continental immer deutlicher. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat der hannoversche Autozulieferer eigenen Angaben zufolge eine Milliarde Euro in Elektroantriebe investiert. Bis 2021 sollen dafür zusätzliche 300 Millionen Euro bereitgestellt werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Weil damit zu rechnen sei, dass die Nachfrage nach mechanischen und hydraulischen Komponenten allmählich nachlasse, "werden wir analog dazu unsere Investitionen in diese Technologien ebenfalls schrittweise verringern", sagte Spartenchef Jose Avila.

Antriebssparte wird neu ausgerichtet

Die Antriebssparte, offiziell Powertrain genannt, macht rund ein Fünftel des Konzernumsatzes aus. Mit den Ergebnissen ist Conti seit Längerem nicht zufrieden. In diesem Jahr will das Unternehmen in dem Bereich ein Umsatzplus von neun Prozent auf acht Milliarden Euro erreichen. In den kommenden vier Jahren soll der Umsatz mit elektrifizierten Antrieben von zuletzt 130 Millionen auf bis zu eine Milliarde Euro steigen, so Avila weiter. Bis 2025 sieht er zusätzliches Umsatzpotenzial von zwei Milliarden Euro. "Das Geschäft mit Elektroantrieben werden wir konsequent auf Wachstum ausrichten", sagte Avila. Im Geschäftsbereich Hybrid Electric Vehicle (HEV) zögen die Auftragseingänge bereits deutlich an.

"Autos der Zukunft fahren elektrisch"

Das Unternehmen rechnet bis 2025 mit einem Anteil von 30 Prozent Hybridantrieben auf dem Fahrzeugmarkt. Zehn Prozent werden nach Conti-Einschätzung rein elektrisch unterwegs sein. "Die Autos der Zukunft werden elektrisch fahren", sagte Vorstandschef Elmar Degenhardt. Das Elektro-Geschäft solle den Umsatzrückgang der konventionellen Antriebe "mehr als ausgleichen", sagte Degenhardt.

Börse reagiert enttäuscht

An der Börse kam die neue Powertrain-Strategie zunächst nicht gut an. Am Vormittag war die Conti-Aktie mit einem Minus von drei Prozent größter Verlierer im Dax. "Anleger sind enttäuscht, dass bei Powertrain ein großer Wurf wohl erst einmal ausbleibt", sagte ein Händler. Chris McNally vom Analysehaus Evercore ISI äußerte sich überrascht, dass Conti die Strategie für die Antriebssparte auf Wachstum in der nahen Zukunft ausrichte. Viele am Markt hätten eine Restrukturierung erwartet, sagte er.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 25.04.2017 | 09:30 Uhr

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