Stand: 26.02.2015 14:04 Uhr

Berliner Investor kauft Teile des Ihme-Zentrums

Die zum Verkauf stehenden Teile des Ihme-Zentrums in Hannover-Linden haben am Mittwochvormittag nach jahrelanger Suche einen Käufer gefunden. Für 16,5 Millionen erhielt eine Gesellschaft der Berliner Newton-Gruppe, die Projekt Steglitzer Kreisel Berlin Grundstücks GmbH, den Zuschlag bei der Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht Hannover. Die Auktion war nötig geworden, nachdem sich zuletzt kein Käufer für das in den 1970er-Jahre errichtete Ihme-Zentrum finden ließ.

Oberbürgermeister begrüßt Verkauf

Das ist das Ihme-Zentrum in Hannover

Das Ihme-Zentrum in Hannovers Stadtteil Linden wurde in den 1970er-Jahren als Stadt in der Stadt konzipiert. Errichtet an den Ufern des Flusses Ihme, steht der Komplex auf dem größten gegossenen Beton-Fundament Europas. Die Gesamtfläche beträgt rund 285.000 Quadratmeter. Davon sind 105.000 Quadratmeter gewerbliche Flächen, darunter Büro- und Geschäftsräume. Die rund 860 Wohnungen haben eine Fläche von mehr als 66.000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Die Hamburger Elbphilharmonie hat eine Brutto-Gesamtfläche von rund 120.000 Quadratmetern.

In einer ersten schriftlichen Stellungnahme begrüßte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) den Verkauf. Er äußerte die Erwartung, dass der Käufer die Bereitschaft zu erheblichen Investitionen mitbringe. Diese Bereitschaft ist offenbar vorhanden: Das Ihme-Zentrum solle revitalisiert werden und langfristig im Bestand des neuen Eigentümers bleiben, teilte der Vermittler des Investors mit.

Amerikaner verheben sich mit Projekt

Der bis zu 23 Stockwerke hohe Gebäudekomplex ist seit Langem einer der größten Sanierungsfälle in Niedersachsen. Ein amerikanischer Investor, der einen Shopping-Park in dem Komplex mit rund 2.400 Bewohnern einrichten wollte, hatte sich mit dem 200-Millionen-Euro-Projekt verhoben und ging 2009 insolvent. Wie es nun mit dem Komplex weitergeht, ist noch offen.

Bewohner bei Zwangsversteigerung

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Die Zwangsversteigerung am Amtsgericht Hannover hatte auch mehrere Bewohner des Ihme-Zentrums interessiert. In gespannter Erwartung waren die ersten Zuschauer bereits rund eine Stunde vor Beginn der Auktion vor dem Gerichtssaal erschienen. Die meisten hofften, dass keine sogenannte Heuschrecke den Zuschlag für das Ihme-Zentrum erhält, das aktuell auf einen Gesamtverkehrswert von mehr als 49 Millionen Euro geschätzt wird. "Eigentlich erwarten wir nichts", sagte ein Bewohner.

Rätseln über neuen Besitzer

Nach dem Zuschlag für den Berliner Investor rätselten die vorwiegend älteren Bewohner über das Unternehmen. Die Informationen, die eilig im Internet zusammengesucht wurden, empfanden viele Besucher der Zwangversteigerung als dürftig. Dem Investor aus der Hauptstadt gehören künftig die Bürotürme, das Parkhaus und 172 Wohnungen. Rund 500 Wohnungen bleiben im Besitz der bisherigen Eigentümer - nicht nur sie fragen sich: Wie geht es mit dem Ihme-Zentrum nun weiter?