Stand: 23.01.2016 14:25 Uhr

Bau des weltweit produktivsten Wasserrads beginnt

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Stolz posieren Wissenschaftsministerin Heinen-Kljajić, der Vorstandsvorsitzende der Salzgitter AG, Heinz Jörg Fuhrmann und der Präsident der TU Braunschweig, Jürgen Hesselbach, neben einem Modell des Forschungswasserrads.

Spatenstich für ein Pionier-Projekt: Sonnabend hat in Bannetze-Hornbostel (Landkreis Celle) offiziell der Bau des wohl leistungsfähigsten Wasserrads der Welt begonnen. Zehn Jahre haben Wissenschaftler der Technischen Universität (TU) Braunschweig gemeinsam mit der Salzgitter AG an der Technologie geforscht. Das Projekt könne eine neue technische Revolution "made in Niedersachsen" werden, sagte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (Grüne).

Neues Wasserrad schließt technische Lücke

Das weltweit einmalige Hochleistungs-Wasserrad kann zehnmal mehr Wasser aufnehmen als herkömmliche Wasserräder. Außerdem kann es an Orten eingesetzt werden, an denen Wasserturbinen keine Anwendung finden, etwa Wehranlagen mit geringen Gefällehöhen. Mit der Technik schließen die Forscher eine Lücke im Bereich der Wasserkraft. In Deutschland gebe es rund 6.000 Standorte, die zur Energiegewinnung bisher nicht oder nur kaum genutzt werden und davon profitieren könnten, sagt Christian Seidel, Initiator des Projektes. Bund und Land haben das Projekt mit mehr als fünf Millionen Euro unterstützt.

Ein Rad für 1.000 Haushalte

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Das Wasserrad in der Animation

In Bannetze-Hornbostel entsteht das effektivste Wasserkraftwerk der Welt. In einer Animation zeigt der Hersteller Salzgitter AG das geplante Wasserrad schon einmal an seinem Bestimmungsort. Video (01:27 min)

Ende 2017 soll das zwölf Meter breite Stahlrad am Allerwehr in Betrieb gehen. Dann beginnen planmäßig die ersten Tests. Verlaufen diese erfolgreich, könnte diese neue Wasserkrafttechnologie künftig industriell in Serie gehen. Allein ein Rad könnte dann 1.000 Haushalte ganzjährig mit Strom versorgen. Doch es gibt auch Kritik: Umweltschützer fürchten, dass das Rad den Fischbestand schädigen könnte.